Ein Viertel der Schulkinder oft oder sehr oft traurig

Coronavirus

Nicht nur der Lockdown, sondern auch Stress und Mobbing führen zu psychischen Belastungen bei Schulkindern. Eine Studie zeigt, dass besonders Mädchen sich häufig unglücklich fühlen.

Kiel

16.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schulkinder in Deutschland klagten einer Studie zufolge bereits vor Corona häufig über psychische Belastungen.

Schulkinder in Deutschland klagten einer Studie zufolge bereits vor Corona häufig über psychische Belastungen. © picture alliance/dpa

Schulkinder in Deutschland klagten einer Studie zufolge bereits vor Corona häufig über psychische Belastungen. So habe jedes achte Schulkind angegeben, oft unglücklich oder niedergeschlagen zu sein und häufig weinen zu müssen, wie der am Sonntag veröffentlichte Präventionsradar 2020 der DAK-Gesundheit ergab.

Stress und Mobbing stellten denmnach besondere Risikofaktoren dar. Das Kieler Istitut für Therapie- und Gesundheitsforschung hatte im Auftrag der Krankenkasse im Schuljahr 2019/20 fast 17 000 Schüler in 13 Bundesländern befragt. Vor allem Mädchen und ältere Schülerinnen und Schüler waren demnach betroffen. Jedes fünfte Mädchen habe angegeben, sich häufig unglücklich zu fühlen - während es bei den Jungs nur jeder 20. gewesen sei. Bei 25 Prozent der Schulkinder seien mehrere Male in der Woche oder täglich Ein- und Durchschlafschwierigkeiten aufgetreten. 46 Prozent der über 15-Jährigen fühlten sich laut Studie mehrmals oder täglich erschöpft.

Ein Viertel der Schulkinder oft oder sehr oft traurig

„Bereits vor Corona war die seelische Belastung hoch“, sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Die aktuell wichtige Frage ist, welche Auswirkung die Corona-Krise auf die psychische Gesundheit der Schulkinder noch haben wird.“ Eine nach dem ersten Lockdown von der Krankenkasse in Auftrag gegebene Homeschooling-Studie hatte ergeben, dass rund ein Viertel der Schulkinder oft oder sehr oft traurig war. Schulen in Hamburg, Bayern und dem Saarland waren nicht an der Umfrage beteiligt, die noch vor dem ersten Lockdown im Frühjahr abgeschlossen war.

dpa

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