Ein Wachstumsschub wirft Daliah zurück – Eltern hoffen nun auf Delfintherapie

Therapie

Eine junge Rhederin hat seit ihrer extrem frühen Geburt 17 Operationen hinter sich. Nun setzen ihre Eltern auf eine Delfintherapie in der Türkei. Und hoffen dabei auf Unterstützung.

Kreis

von Carola Korff

, 12.07.2021, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trotz ihrer schweren Behinderung ist Daliah ein fröhliches Kind. Sie liebt Geräusche und geht sehr gerne auf die Kirmes.

Trotz ihrer schweren Behinderung ist Daliah ein fröhliches Kind. Sie liebt Geräusche und geht sehr gerne auf die Kirmes. © privat

Als Daliah Ganga geboren wurde, wog sie gerade einmal 690 Gramm – weniger als drei Päckchen Butter. Die Zwölfjährige war ein Extremfrühchen: Sie kam in der 23. Schwangerschaftswoche zur Welt und litt von Anfang an unter Komplikationen. Nach einer totalen Netzhautablösung ist sie erblindet. 17 Mal musste sie operiert werden – unter anderem am Kopf, am Herzen und zuletzt vor wenigen Wochen an den Beinen. Diese OP hat Daliah zurückgeworfen, was den Muskelaufbau angeht. Hoffnungen auf mehr Beweglichkeit und Entspannung setzen die Eltern Sylvia und Ramadan Ganga in eine Delfintherapie in der Türkei. Alleine können sie die aber nicht finanzieren.

Seit drei Jahren ist Daliah Schützling des Vereins „Projekt 30“. Von ihm bekam sie unter anderem ein eigenes Galileo-Vibrationsgerät. Mithilfe ihrer Mutter kann sie damit Muskeln aufbauen und das Laufen trainieren. Denn wegen spastischer Lähmungen in den Beinen ist die Zwölfjährige bisher auf einen Rollstuhl angewiesen. Das Galileo-Gerät habe „sehr viel bewirkt“, sagt Sylvia Ganga. Ihre Tochter sei auf einem guten Weg gewesen. Doch dann bekam sie einen Wachstumsschub – „und der hat alles verschlechtert.“

Zusätzliche Belastung auch für Eltern

Weil die Sehnen und Muskeln nicht richtig mitwuchsen, mussten Schnitte in den Unterschenkeln gesetzt und die Achillessehne durchtrennt werden. Mehrere Wochen hatte die Zwölfjährige beide Beine in Gips. Nicht nur für sie selbst, auch für ihre Eltern bedeutete das eine zusätzliche Belastung. Denn in Gangas Wohnung in Krechting sind die Schlafräume im Obergeschoss. Vater oder Mutter müssen die Tochter nach oben tragen – der Gips bedeutete da zusätzliches Gewicht.

Auf Dauer sucht die vierköpfige Familie, zu der noch Sohn Elias (8) gehört, daher eine barrierefreie Wohnung. „Wir wohnen hier schön“, sagt Sylvia Ganga. Aber ewig werde sie ihre Tochter nicht mehr die Treppen hochtragen können. Schon jetzt habe sie selbst Rückenprobleme, berichtet die 43-Jährige.

Pandemie lässt Schulbesuche kaum zu

Auch die Corona-Pandemie traf Daliah und ihre Familie hart. „Weil sie ohnehin eine sehr empfindliche Lunge hat, war sie das letzte Jahr kaum in der Schule“, sagt die Mutter. Eigentlich geht Daliah zur Bischof-Ketteler-Schule in Bocholt, doch das Risiko einer Ansteckung war den Gangas zu hoch. Auch Schwimmengehen fiel aus – schon allein wegen der langen Schließzeit im Bahia. Dabei sei Daliah eine echte „Wasserratte“, sagt die Mutter. „Sie schreit den ganzen Tag, wenn sie ins Freibad will.“ Vor zwei Tagen konnten die Eltern das endlich wieder ermöglichen: Der Gips ist ab und das Bad endlich wieder geöffnet.

Im und am Wasser könne Daliah wunderbar entspannen, sagt die Mutter. Sie mag auch die vielen Geräusche. „Sie ist unheimlich empfangsbereit – weil sie blind ist, nimmt sie alles auf.“ Dann lache sie und habe Spaß. Deshalb wünscht sich die Familie eine Delfintherapie für die Tochter, die ihr vielleicht neuen Auftrieb geben könnte. Die soll nicht in Florida oder in der Karibik stattfinden, sondern in der Türkei, wo die Gangas den Anbieter Jürgen Kalwey gefunden haben.

Für ihr großes Ziel hat die Familie unter „Daliah möchte zu den Delfinen“ eine eigene Facebookseite erstellt. Wer der Familie helfen möchte, erreicht Sylvia Ganga unter der Nummer (0157) 37714008 oder per E-Mail an die Adresse: r.gon ga@gmx.de (tatsächlich mit „o“).

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