Einblick in das komplizierte Lithografenhandwerk

Vorführung in der Dasa

„Ich übe mein Handwerk jetzt schon seit über 30 Jahren aus und wundere mich jedes Mal wieder, dass das alles so funktioniert“, sagt Lithograf Klaus Jüdes. In der Dorstfelder Dasa erfuhren die Besucher auch, warum.

DORSTFELD

von Von Janina Gärtner

, 03.04.2012, 13:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Einblick in das komplizierte Lithografenhandwerk

Wie mit Steinen gedruckt wird, erfuhr das Publikum in der Dasa am vergangenen Wochenende von Lithograf Klaus Jüdes.

Und das ist auch kein Wunder, wenn man den Arbeitsaufwand mit heutigen Druckern vergleicht. An der Handpresse, einer von drei lithografischen Pressen, die in der DASA ausgestellt sind, zeigte Klaus Jüdes, wie viel Geschick, Ausdauer und auch Kraftaufwand für einen handwerklichen Druck nötig sind. Nach dem Säubern der besonderen Kalksteinart, dem Solnhofener Schiefer, wurde der Stein mit einer Gummilösung konserviert. Die Zeichnung auf der Steinplatte, die mit einer fetthaltigen Tusche angefertigt wurde, sollte so verstärkt werden – die nichtdruckenden Bereiche des Steins fettabstoßend und wasseraufnahmefähig bleiben. Anschließend walzte Klaus Jüdes Farbe auf den Stein auf.

Wichtig sei es hierbei stets die chemischen Prozesse im Hinterkopf zu behalten, erklärte der Lithograf. Entsprechend der chemischen Eigenschaften von Fett und Wasser, sich gegenseitig abzustoßen, nahm nur die fetthaltige Zeichnung die schwarze Farbe an. Um den Stein für den Druck zum sogenannten Reiber zu befördern, musste kräftig gekurbelt werden. Eine Menge Geschick und Erfahrung sind nötig, um eine gelungene Lithografie zu schaffen. Verständlich also, warum selbst  der erfahrene Handwerker immer wieder staunen kann, wenn es gelingt.   

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