Eine gute Spielplatz-Seele

Kolpingplatz

HILTROP "Hallo Opa Bernd!" Die Kinder auf dem Spielplatz am Kolpingplatz kennen Bernhard Szymkowiak schon ewig, genau wie die gesamte Nachbarschaft. Das liegt nicht nur daran, dass der 58-Jährige selbst in dieser Nachbarschaft aufgewachsen ist. Er ist auch seit zwei Jahren Spielplatzpate.

von Von Iris Woitschell

, 28.05.2009, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

 Von seinem Bürofenster aus hat er einen perfekten Blick auf das Geschehen: "Ich sehe alles, was passiert." So sieht er auch, wie sich die Kinder an der nagelneuen Vogelnestschaukel erfreuen.Marodes Klettergerüst

Vorher stand dort nur ein marodes Klettergerüst. Ein Jahr lang war es komplett gesperrt. Dann wurde es abgerissen. Dank einer Spende der Bochumer Symphoniker gibt es jetzt eine blau-gelbe Vogelnestschaukel. "Bis zu zehn Kinder können darin spielen, es macht ihnen riesigen Spaß", weiß Bernhard Szymkowiak, der seit 42 Jahren Fahrdienstleiter bei der Eisenbahn ist. "Durch den Schichtdienst habe ich viel Freizeit, und kann mich um den Spielplatz kümmern."Hundebesitzer und Jugendliche

Probleme machen manchmal Hundebesitzer oder Jugendliche. Sowohl übel riechende Häufchen als auch spitze Scherben gehören nicht auf einen Spielplatz. Der Pate reagiert dann sofort: "Wenn ich so etwas sehe, gehe ich hin und spreche die Leute freundlich an." Einige Hundebesitzer würden schon einmal patzig reagieren, mit den Jugendlichen komme er jedoch meist gut klar.

Kleine Sünden

Falls es einmal ganz kritisch ist, könnte er seine "rote Karte" zücken. Dort ist vermerkt, was die Sünden im Ernstfall kosten. Kaugummi auf den Boden werfen: 20 Euro. Urinieren in der Öffentlichkeit: 35 Euro. "Bis jetzt habe ich davon noch nie Gebrauch gemacht", sagt der Bochumer. Er wird in seiner Funktion als Spielplatzpate von zwei weiteren Vorstandsmitgliedern der Siedlergemeinschaft Grümerbaum unterstützt.

Ansprechpartner

Unterstützt werden die Spielplatzpaten auch von der Stadt, die einerseits für Sauberkeit auf dem Gelände sorgt und andererseits mit dem Kinderbüro jederzeit einen Ansprechpartner hat.

Nach den Sommerferien soll die offizielle Einweihung des neuen Spielgerätes erfolgen. Bei einem großen Fest sollen dann weitere Spenden gesammelt werden. "Vielleicht reicht es noch für eine Reckstange", sagt Szymkowiak. Mit Schaukel, Teller- und Federwippe, Tischtennisplatte, Rutsche und Basketballkorb sei der Spielplatz schon fast perfekt. "Es fehlt nur noch etwas zum Klettern."Sommerfest

Auf das Fest mit "Opa Bernd" freuen sich schon jetzt alle Nachbarn. Denn dann packen wieder alle mit an. Eltern stehen am Grill, Großeltern verkaufen Getränke und das benachbarte Alten- und Pflegeheim Wichernhaus sorgt für Sanitäreinrichtungen sowie Geschirr.