Eine halbe Million fürs Nichtstun kassiert

Ex-Spielleiter

Fünf Jahre lang hat der frühere Spielleiter der Spielbank Hohensyburg nach seinem Rausschmiss jährlich 100.000 Euro Gehalt weiterkassiert. Auch seinen Dienstwagen behielt er. Der Fall liegt jetzt vor dem Bundesarbeitsgericht - und der ehemalige Spielleiter sitzt wieder an seinem Arbeitsplatz.

HOHENSYBURG

, 05.02.2017, 09:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine halbe Million fürs Nichtstun kassiert

In der Spielbank Hohensyburg arbeitet der frühere Spielleiter jetzt als Spieltisch-Chef.

Der frühere Spielleiter wird – wie erst jetzt bekannt wurde – seit Oktober 2016 als Tisch-Chef eingesetzt. Gerichtlich strittig sind die Höhe seines Gehalts, dazu der Dienstwagen und die unbegrenzt zu nutzende Tankkarte.

Über die Gründe, warum es für den Mann mit dem Nichtstun gegen das volle Entgelt nach fünf Jahren vorbei war, schweigen sich der Direktor der Spielbank, Jürgen Hammel, und der Pressesprecher des Arbeitgebers Westspiel, Marco Lippert, aus. Das Verfahren laufe noch, man könne dazu keine Auskünfte geben.

Einmaliger Fall

Der Fall ist bizarr und soll in dieser Form einmalig sein. Der 2011 vom Dienst suspendierte Ex-Spielleiter soll eine ganze Mannschaft an Rechtsanwälten beschäftigen, um seine Interessen durchzusetzen. Einer von ihnen ist der Dortmunder Anwalt Fritz-Martin Przytulla. Auf Anfrage dieser Zeitung sagte Przytulla: „Zu Mandanten gebe ich natürlich keinerlei Auskunft.“

Ob der öffentliche Druck das Kassieren fürs Nichtstun beendete, bleibt Spekulation, solange der Fall juristisch nicht abgeschlossen ist. NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) hatte im Landtag dazu Stellung bezogen.

Die Öffentlichkeit in Form des Steuerzahlers, hat aber ein Recht auf die volle Aufklärung. Spielbanken, in denen staatlich konzessioniertes Glücksspiel betrieben wird, müssen einen Teil ihrer Gewinne abführen. Das Unternehmen Westspiel, das neben Dortmund drei weitere Casinos betreibt, ist eine 100-prozentige Tochter der landeseigenen NRW-Bank.