Eine skurrile Flussfahrt: "Die lächerliche Finsternis"

Grillo-Theater Essen

Wolfram Lotz schickt in "Die lächerliche Finsternis" zwei Bundeswehrsoldaten auf Flussfahrt durch die Krisengebiete dieser Welt. Und der Autor lässt kein Elend aus: Armutsprostitution, Ausbeutung, Religions-Konflikte, Kriege... Keine heiteren Themen, dennoch ist es eine Komödie über westliche Klischeevorstellungen des Anderen, die Unmöglichkeit das Fremde zu verstehen.

ESSEN

19.12.2014, 12:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Blauhelm-Soldat (Axel Host, l.) klagt Hauptfeldwebel Pellner (Jörg Malchow) sein Leid.

Blauhelm-Soldat (Axel Host, l.) klagt Hauptfeldwebel Pellner (Jörg Malchow) sein Leid.

Termine: 9./19./29./1.; Karten: Tel. (0201)8122200.

Bei Lotz schippern nun zwei Soldaten auf dem Fluss Hindukusch durch die Wildnis, um einen Dritten zu suchen. Dabei begegnen sie skurrilen Figuren: einem italienischen Blauhelm-Soldaten, der über die Pinkel-Gewohnheiten der Einheimischen und das fehlende Internet jammert, einem lüsternen Reverend, der sich über verschleierte Musliminnen ereifert, einem serbischen Händler, der den Tod seiner Familie durch eine Nato-Bombe zum Geschäftemachen nutzt. Aufs Groteske setzt auch die Inszenierung auf der von Maximilian Lindner mit Kiosk, Zelt und Gummiboot voll gerümpelten Bühne, auf der das Ensemble in abgedrehten Kostümen agiert. Aber vor allem wird viel geredet in dem ursprünglich als Hörspiel konzipierten Stück. So übernimmt Jörg Malchows abgeklärter Hauptfeldwebel Pellner den Erzählerpart, seinen schüchtern-schlichten Untergebenen spielt Johan David Talinski. Die monologlastigen Rollen der Abgedrehten teilen sich Stephanie Schönfeld und Axel Holst, der es grandios versteht, diese seltsamen Gestalten zu verkörpern.

Termine: 9./19./29./1.; Karten: Tel. (0201)8122200.

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