Einenkel: Auch Bochumer Opel-Werk muss sich auf Personalabbau einstellen

BOCHUM Der Beschluss des Aufsichtsrates steht: Trotz rechnerisch enormen Überkapazitäten von 300 000 bis 400 000 Einheiten in Europa soll kein Opelwerk geschlossen werden. Das bedeutet aber zugleich deutliche Einschnitte an allen Standorten.

von Von Thomas Aschwer

, 27.02.2009, 18:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kündigungen lehnt die Bochumer Opel Belegschaft strikt ab. Ein Personalabbau wird aber kaum zu vermeiden sein.

Kündigungen lehnt die Bochumer Opel Belegschaft strikt ab. Ein Personalabbau wird aber kaum zu vermeiden sein.

Rainer Einenkel, Bochumer Betriebsratschef mit Sitz im Aufsichtsrat, gibt sich keiner Illusionen hin: "Schmerzhafte Pakete mit einem drastischen Personalabbau" werden nicht zu vermeiden sein. Ebenso wie neue Diskussionen und schwierige Verhandlungen über die Nachtschicht in Bochum und über tarifliche Leistungen wie etwa eine Vier-Tage-Woche ohne Lohnausgleich.

Schließungs-Planspiele

Eine Alternative zu dieser verabredeten - jedoch von der Firmenleitung nicht nach außen kommunizierten Linie - wäre die Schließung eines oder mehrere Werke. Planspiele, die es nach Aussage von Einenkel im Aufsichtsrat durchaus gegeben hat. Dass dabei Bochum stark gefährdet gewesen wäre, will Einenkel nicht ausdrücklich dementieren.Horrorszenario

"Die Entscheidung ist noch kein Ende des Tunnels", sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer und deutet damit genau dieses Horrorszenario an. Gleichzeitig bewertet er den Aufsichtsratsbeschluss als ein wichtiges Signal. 2012 wolle man in Bochum schließlich das 50-jährige Bestehen des Opelwerkes feiern und keine Gedenkveranstaltung begehen. 1,2 Millionen Euro müssen eingespart werden

Deshalb will sich Einenkel in die Pflicht nehmen lassen. Um die bestmöglichste Lösung für den Standort und die Mitarbeiter kämpfen. Leicht wird das angesichts der Finanzprobleme von Opel - 1,2 Milliarden Euro müssen deshalb in Europa eingespart werden - sicher nicht."Weglaufen gilt nicht", sagt Einenkel und verweist auf eine Task Force, die bereits an allen Standorten gegründet worden ist. Einzige Aufgabe: (Spar-)Vorschläge erarbeiten. "Ewig Zeit haben wir dafür nicht. Sie sind Teil des Bürgschaftsantrages." In den Gesprächen mit dem Vorstand will Einenkel darauf dringen, den Personalüberhang mit Abfindungsprogrammen zu bewältigen. Wie viele Opelaner in Bochum betroffen sein könnten, sagt der Betriebsratschef bewusst nicht. Keine Spekulationen lautet seine Devise. Lieber will er in den anstehenden Verhandlungen mit dem Vorstand um die letzte Nachtschicht eines Astrawerkes kämpfen.