Einenkel gegen Opel: Entscheidung am 12. Dezember

Ein schwarzer Tag

Es wird ein schwarzer Freitag, wenn am 12. Dezember das letzte Bochumer Opel-Fahrzeug vom Band läuft und das Landgericht in Darmstadt eine Entscheidung im Zivilstreit zwischen dem Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel und der Adam Opel AG bekannt gibt. Unklar ist, ob es tatsächlich ein Urteil gibt.

BOCHUM/DARMSTADT

, 01.10.2014, 05:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Entscheidung im Prozess Rainer Einenkel gegen Opel ssoll am 12. Dezember fallen.

Eine Entscheidung im Prozess Rainer Einenkel gegen Opel ssoll am 12. Dezember fallen.

Der Betriebsratsvorsitzende selbst klingt deutlich weniger kämpferisch als noch in den vergangenen Monaten. Es gehe jetzt nicht mehr um eine Fortsetzung der Produktion, sondern darum, dass die getroffenen Vereinbarungen für die Menschen, die noch für Opel in Bochum arbeiten, erhalten blieben und „nicht willkürlich außer Krfat gesetzt werden“. In dem Verfahren ging es am Dienstag um angeblich formale Fehler des Unternehmens. Einenkel wirft Opel vor, die Aufsichtsratsmitglieder nicht ordnungsgemäß bestellt zu haben. Zudem sei bei der entscheidenden Abstimmung im Aufsichtsrat am 17. April 2013 das Votum von Dan Ammann, der inzwischen Präsident bei GM und Opel-Aufsichtsratschef ist, nicht fristgerecht eingegangen.

Einenkel geht es um die Frage, „wieweit die Schließung des Bochumer Werkes auch inhaltlich korrekt ist“. Er könne belegen, dass diese Entscheidung nicht sauber gelaufen sei. Dem Aufsichtsrat seien Vergleiche zu Kosten und Produktivität der Opel-Werke in Europa vorgelegt worden, die nachweislich falsch seien, so Einenkel.

Ein Unternehmenssprecher wollte das laufende Verfahren nicht kommentieren. Vom Konzern wird die Entscheidung zum Ende der Produktion in Bochum seit Monaten als „unumstößlich“ bezeichnet. Nach Unternehmensangaben haben mittlerweile mehr als 2000 der verbliebenen 3000 Bochumer Opelaner einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, mehr als 300 Kollegen hätten bereits einen neuen Job gefunden.

Eine Umfrage unter 200 Dortmunder Unternehmen hat jedoch gezeigt, dass es die Opelaner schwer haben werden auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings, so der Sprecher weiter, hätten die Bochumer Opelaner bis Dienstagnachmittag (30. September) mehrheitlich den dreiseitigen Vertrag unterschrieben, der sie zum Profiling berechtigt. Einenkel glaubt inzwischen nicht mehr, dass in Bochum auch künftig Opel-Modelle gebaut werden: „Es tut weh, mitzuerleben, dass dieses Werk geschlossen wird und damit über 2500 Menschen arbeitslos werden.“ Eine Image-Kampagne sehe anders aus. Und egal, wie die Entscheidung des Gerichts ausfallen werde: „Der 12. Dezember wird ein furchtbarer Termin für tausende Menschen in der Region“, sagt Einenkel.

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