Einfach vermessen

APLERBECK So ein Helm ist ja eine praktische Sache. Beim Fahrrad fahren oder auch in den Bergen, bei der Ausübung wintersportlicher Aktivitäten, bietet er doch eine grundsolide Sicherheit für den Kopfbereich.

von von Jörg Bauerfeld

, 20.02.2008, 16:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das man so eine schützende Kopfbedeckung nun aber auch bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im Handgepäck mitführen sollte, ist doch eher ungewöhnlich. Bei den neuen Bushäuschen im umgestalteten Aplerbecker Ortskern bietet sich ein derartiger Schutz jedoch an. Es sei denn, man möchte Bekanntschaft mit dem Außenspiegel eines heranfahrenden Busses machen und austesten, wer der Stärkere von beiden ist - Kopf oder Spiegel.

Das Problem bei den neuen, schön gestalteten Unterständen ist nämlich der Abstand zur Fahrbahn. Besser gesagt der Durchgang zwischen Fahrbahn und dem Beginn des Unterstandes. Ganze 87 cm beträgt dieser. Eine "hohle Gasse" auf dem Weg zum Fahrplan. Laut Andreas Friedhoff, Leiter der Verkehrsplanung von DSW 21, sollte beim Nachmessen mindestens die Zahl 150 cm auf dem Zollstock erscheinen - zwischen dem letzten festen Einbaupunkt und der Straße.

Klarer Fall also, die Unterstände stehen über 60 cm zu dicht am Fahrbahnrand. Und nicht nur eine, sondern gleich alle vier Bushaltestellen an der Köln-Berliner-Straße. Zwei in Höhe der Sparkasse, zwei am Marktplatz.

Ein Messfehler oder einfach Schlamperei bei der Errichtung? Genaues weiß man nicht, zumindest sorgt die Tatsache für Kopfschütteln im Ortszentrum. "Hier muss etwas falsch gelaufen sein", sagt Friedhelm Goersmeyer, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksvertretung Aplerbeck. Jeder Stein sei bei der Neugestaltung umgedreht worden, Kabel neu verlegt und Sitzgelegenheiten aufgestellt worden, "da darf so etwas doch nicht passieren", so Goersmeyer.

Auch bei der DSW 21 reagierte man zunächst mit Erstaunen, versprach aber eine sofortige Prüfung. "Wir werden das durch die Bauleitung sofort überprüfen lassen, und wenn sich ein Fehler herausstellt, werden die Unterstände umgestellt", so Andreas Friedhoff. Dann kann der Fahrgast auch getrost seinen Helm zuhause lassen.