Einfach zuhören

BOCHUM Mit großer Sorge beobachtet die Aktion Canchanabury den blutigen Konflikt in Kenia, denn sie hat dort viele Partner und Freunde und unterstützt mittlerweile fünf Projekte in dem afrikanischen Land.

20.02.2008, 18:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Pater Peschen mit Frauen, die vor den Unruhen in Nairobi in den Jumhuri-Park geflüchtet sind. Dort werden sie u.a. vom Pater, der von der Aktion unterstützt wird, betreut. Foto privat</p>

<p>Pater Peschen mit Frauen, die vor den Unruhen in Nairobi in den Jumhuri-Park geflüchtet sind. Dort werden sie u.a. vom Pater, der von der Aktion unterstützt wird, betreut. Foto privat</p>

Bei den Auseinandersetzungen, die nach den Präsidentschaftswahlen Ende letzten Jahres begannen, sind bisher 1000 Menschen ums Leben gekommen, 60 000 befinden sich auf der Flucht.

"Die meisten empfinden tiefe Scham darüber, was derzeit in ihrem Land geschieht", schreibt Pater Ludwig Peschen, Projektleiter der Aktion in Kenia und im Sudan in einer E-mail. "Der Traum von der afrikanischen Musterdemokratie ist geplatzt. Ich verstehe die Enttäuschung und den wachsenen Zorn". Unmittelbar nach dem Ausbruch der gewaltsamen Auseinandersetzungen haben Ludwig Peschen und sein Team vom Projekt "Healing the Healers" damit begonnen, sich um die zahllosen Opfer der Gewalt zu kümmern. Tausende suchen Zuflucht im Jamhuri-Park, eigentlich einem großen Spiel- und Freizeitpark in Nairobi. Normalerweise arbeitet das von der Aktion geförderte Projekt "Healing the Healers" im Sudan. Schwerpunkt ist die Behandlung der durch den Bürgerkrieg traumatisierten Menschen. Jetzt aber sind es die Menschen im Jamhuri-Park, denen geholfen werden muss. Als erstes organisierte Pater Peschen Lebensmittel und Wasch-Utensilien. "Aber das wichtigste war, dass wir den Menschen, den Frauen und Kindern, einfach nur zuhörten".