16 Jahre lang haben Uwe und Silvia Kuchnia die Eissporthalle betrieben, am 31. Juli ist unvermittelt Schluss. Wut, Enttäuschung und vor allem viel Wehmut – im Interview wird deutlich, dass die Halle für Kuchnias viel mehr als „nur“ ein Wirtschaftsbetrieb war.

Unna

, 24.07.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 9 min

Eigentlich gäbe es jetzt gerade Frühstück. Das Bistro wäre zum Bersten gefüllt mit Kindern aus aller Welt, die bei „Kids on Ice“ ihre Fähigkeiten auf dem kalten Untergrund ausbauen wollten. Am 15. Juli wären die Kinder angereist, voller Vorfreude auf spannende Tage auf dem Eis. Für Silvia und Uwe Kuchnia eine der intensivsten Zeiten des Jahres. Eigentlich.

Denn mit dem gemeinsamen Beschluss von Kuchnias und den Wirttschaftsbetrieben Unna (WBU), den Pachtvertrag zum 31. Juli zu kündigen, änderte sich alles: Statt Frühstück für die Eiscamp-Kinder gibt es im Bistro jetzt kahle Wände und gestapelte Stühle. Kuchnias sind dabei, die Halle zu räumen. Das eigentliche Aus für die Eissporthalle unter Regie der Kuchnias kam bereits Ende April mit einer folgenschweren Ratsentscheidung.

Jetzt, beim Ausräumen „ihrer“ Halle, sackt die Erkenntnis bei Uwe und Silvia Kuchnia nach und nach: Ihr Plan, die Eissporthalle bis zur Rente zu betreiben, ist gescheitert.


Anstatt die Saisoneröffnung zu feiern, räumen Sie gerade die Halle leer. Wie geht es Ihnen dabei?

Silvia Kuchnia: Schrecklich. Das hier war unser Lebenswerk. Es war auch für unsere Kinder als Lebenswerk gedacht.

Uwe Kuchnia: Wenn es nicht geht, dann muss man halt auch mal sagen, das war’s, so schwer es einem fällt.

Es ist ein ganz seltsames Gefühl: Ich habe hier teilweise den ganzen Tag dringestanden, sieben Tage die Woche. Wir haben ja auch eine Beziehung zu den Kindern aufgebaut, die hierher kamen. Wir wurden teilweise als Ersatzeltern wahrgenommen. Das ist etwas, was unsere Arbeit geprägt hat, was auch uns geprägt hat.

Silvia Kuchnia: Wir haben die Halle nicht wie andere betrieben, als reines Wirtschaftsunternehmen.

Uwe Kuchnia: Dann hätten wir es wahrscheinlich auch nicht so lange ausgehalten.

Silvia Kuchnia: Wir waren hier eine große Familie.


Sie haben den Betrieb der Eissporthalle 2002 gepachtet, nachdem Sie bereits zwei Jahre lang das Bistro in der Halle betrieben. Wie kommt man auf die Idee, eine Eissporthalle zu betreiben?

Uwe Kuchnia: Wir waren ja irgendwie immer schon da, durch den Eishockey-Verein allein ja schon. Dadurch ist das alles so gewachsen.

Silvia Kuchnia: 2002 hieß es dann, die Eishalle könne von der Stadt nicht mehr weiterbetrieben werden und müsste schlimmstenfalls geschlossen werden. Unsere Kinder haben geweint, als sie das gehört haben.

Uwe Kuchnia: Dadurch, dass wir die Gastronomie hatten, kamen unsere Kinder nach der Schule hier vorbei, haben hier zu Mittag gegessen und Schularbeiten gemacht. Ihre Freunde sind ganz oft mitgekommen und haben auch hier gegessen.


Also waren Ihre Kinder der Antrieb zu sagen, wir übernehmen den Betrieb der Eissporthalle? War das eine Bauchentscheidung oder haben Sie noch lange überlegt?

Silvia Kuchnia: Wenn wir lange überlegt hätten, hätten wir es wahrscheinlich nicht gemacht. Wir haben vorher ja beide parallel zu dem Bistro-Betrieb Jobs gehabt, bei denen wir gut verdient haben. Irgendwann mussten wir uns entscheiden, das eine oder das andere. Und wir haben uns entschieden, glücklich zu sein und das war die Entscheidung für die Eishalle. Das war unser Zuhause hier, nicht nur das unserer Kinder, auch für uns beide.


Damals ging es nur um die Pacht. Würden Sie im Nachhinein sagen, es wäre besser gewesen, wenn Sie da schon hätten kaufen können?

Silvia Kuchnia: Das stand damals gar nicht zur Option, es ging nur um die Pacht.

Uwe Kuchnia: Mit einem Kauf hätte man vieles realisieren können. Für uns war es immer schon eine Vision, insbesondere für mich: Ich wollte eine Art Sportinternat aufbauen. Es sollte nicht nur für den Eissport allein sein. Hier gibt es ja nicht nur die Eissporthalle, wir haben hier die Schwimmhalle, die Tennisanlagen und das Schulzentrum gegenüber. Da hätte man viel mit bewegen können.

Wir waren jetzt eigentlich kurz davor, dass hinzubekommen. Wir hatten Zeichnungen für ein Hostel fertig, das hätte auf der Wiese nebenan stehen können. Das hätte alles super funktioniert. Wir hatten schon Energie-Audit-Berichte erstellen lassen, die aufzeigen, wo man hier Energien einsparen kann. Damit hätte man das auch zum Teil finanzieren können.

Das fängt an bei der Heizungsanlage. Die ist nicht kaputt, aber die ist auch einfach alt und entsprechend viel Energie verbraucht sie. Wir haben Angebote für eine neue, moderne Anlage eingeholt. Dadurch hätte man entsprechende Energiekosten einsparen können. Das Gleiche gilt für eine Photovoltaikanlage, die wir auf dem Dach betreiben wollten, um unseren eigenen Strom machen zu können. Die komplette Eishalle wollten wir mit LED-Lampen ausstatten. Das sind alles Sachen, die hätten sich innerhalb von drei bis sieben Jahren amortisiert.


Das ist die Frage: Wie hätten Sie das finanziert? Das sind ja schon große Investitionen.

Uwe Kuchnia: Das wäre über günstige Darlehen und Fördertöpfe vom Land möglich gewesen. Da hätte man teilweise Gelder bis zu 30 Prozent geschenkt bekommen. Dafür war ja dieser Energie-Audit-Bericht. Das Gleiche gilt auch für die Kältetechnik. Die wird ja auch durch gewisse Töpfe vom Land bezuschusst. Das sind alles so Sachen, die wir im Vorfeld recherchiert haben und die uns geholfen hätten, das alles zu finanzieren.

Mit den Angeboten für eine neue Eisaufbereitungsanlage, die wir eingeholt haben, hätte man mindestens 50 Prozent von dem Strom gespart, den die jetzige Anlage verbraucht. Wir haben zwischen 10.000 und 12.000 Euro Stromkosten jetzt zuletzt gehabt mit der alten Technik.

Eishallen-Pächter im Interview: „Uns kann keiner kopieren“

2007/2008 bekommt die Eishalle eine Spezialfolie unter die Dachkonstruktion geklebt – sie hält Feuchtigkeit von der Decke fern. © Roman Grzelak

Die Überlegungen haben Sie auch nicht erst gestern angestellt, oder?

Silvia Kuchnia: Natürlich nicht. Wir haben 2004 diese Eisaufbereitungsanlage für 120.000 Euro runderneuert und haben alle drei Kompressoren komplett generalüberholt. Aber wir haben da schon immer gesagt, dass da eine neue Anlage hinmuss. Und dann hat man ja überlegt, dass wir einen langfristigen Vertrag bekommen, damit wir auch investieren können. Der Vertrag sollte bis 2020 laufen, mit der Option, zweimal auf fünf Jahre zu verlängern. Dann war es für uns ja auch interessant, hier zu investieren. Wir haben ja viel investiert. Dann kam 2014 der Eisgipfel und sie haben überlegt, sich andere Eishallen anzusehen, um nach Ideen für Unna zu suchen. Das ist ja dann nie passiert. Weil es auch keinen Sinn machte. Man kann uns nicht mit anderen Hallen vergleichen. Unser Konzept kann keiner kopieren.


Sie waren spätestens ab 2014 so weit, dass sie die Halle kaufen wollten. Der Kauf war für Sie die bestmögliche Option, oder?

Silvia Kuchnia: Natürlich. Wir haben ja auch mit den Banken gesprochen. Die öffentlichen Mittel hätten wir ja nur durch die entsprechenden Prüfungen bekommen. Dazu zählt dieses Energie-Audit, was mein Mann erwähnt hat. Deswegen haben wir das ja alles gemacht. Wenn wir die öffentlichen Mittel bekommen hätten, wären wir ja auch auf der sicheren Seite gewesen. Das war ja auch für die Bank wichtig.


Sie haben sich also schon sehr konkret mit der WBU über Verträge unterhalten?

Silvia Kuchnia: Klar, es waren ja die Verträge im Grunde fertig. Zwingend war für die Stadt, dass wir anderthalb Millionen Euro aufnehmen als Sicherheit für die anstehenden Investitionen. Wir haben ja das Konzept vorgelegt, was wir wo investieren wollen. Für die Stadt war wichtig, dass die Halle nicht verrottet und dass ihr Fortbetrieb vernünftig dargestellt wird. Deswegen sollte das Grundstück auch als Erbpacht laufen, damit wir nicht das Grundstück bekommen und dann theoretisch die Halle hätten abreißen und dort Wohnungen bauen lassen können. Das war alles vertraglich vorbereitet.

Uwe Kuchnia: Die Pacht sollte über 40 Jahre laufen. Dann hätte sich das für uns auch mit den Investitionen gerechnet. Die Photovoltaikanlage hätte vielleicht sieben Jahre gebraucht, die Beleuchtung drei Jahre, bis es sich amortisiert hätte. Nur die Eisaufbereitung hätte länger gebraucht. Letztendlich hätte sich mit den ganzen Einsparungen, die wir durch die neueren Anlagen erzielt hätten, die komplette Finanzierung gerechnet.

Silvia Kuchnia: Und das hatten wir ja schon alles fertig. Wir waren uns einig. Dann mussten die Verträge in den Rat. Das ging über Weihnachten nicht und dann war die nächste Ratssitzung am 26. April. Und da hat der Rat einstimmig beschlossen, dass wir das Grundstück nicht mit den anderthalb Millionen Euro belasten dürfen und dass man uns den Pachtvertrag zu Ende Januar 2020 kündigt und damit auch die Optionen, ihn noch mal zu verlängern.


Es hieß, Sie seien überrascht gewesen davon, dass man Ihnen den Vertrag gekündigt habe?

Uwe Kuchnia: Wir waren damals nicht überrascht, dass uns der Pachtvertrag gekündigt wurde, sondern dass uns diese Eintragung der anderthalb Millionen Euro ins Grundbuch durch den Rat verwehrt worden ist.

Silvia Kuchnia: Der Stadtrat hatte Angst, dass wir pleite gehen und dann der sogenannte Heimfall eingetreten wäre. Dann wäre das Grundstück an die Stadt Unna zurückgefallen und sie hätte die Schulden von maximal einer Million tragen müssen.

Aber sie hätten dann ja auch eine um 1,5 Millionen Euro bessere Halle dort stehen gehabt. Klar, die Stadt hatte dann eine Million Euro Schulden gehabt und keinen, der die Halle führt. Klar war denen auch, dass die Stadt die Halle nicht führen kann. Sie haben ja vorher 500.000 Euro Minus mit der Halle gemacht.

Uwe Kuchnia: In den Verträgen war es anders vereinbart worden. Nämlich so, dass wir die anderthalb Millionen Euro ins Grundbuch des Grundstückes hätten eintragen dürfen. Wir wollten und konnten es auch nicht anders.

Silvia Kuchnia: Wir hätten die Finanzierung bekommen, wenn wir das Grundstück hätten belasten dürfen. Dadurch, dass der Rat das abgelehnt hat, war unsere Finanzierung geplatzt. Damit war das Thema durch. Das war für die WBU ja auch eine Überraschung, wie es gekommen ist.


Was wäre passiert, wenn die vorbereiteten Verträge tatsächlich zum Tragen gekommen wären?

Silvia Kuchnia: Dann hätten wir die Eissporthalle gekauft und hätten bis zum Sommer die Eisaufbereitungsanlage ausgetauscht. Das andere wäre dann nach und nach gekommen. Das Wichtigste wäre ja die Kälteanlage gewesen, das war uns ja bewusst.


Haben Sie mit dieser Situation gerechnet, die jetzt eingetreten ist?

Uwe Kuchnia: Die Situation so wie sie jetzt gekommen ist, hätten wir uns nicht vorstellen können. Überhaupt nicht. Für unsere Kinder war ja auch klar, dass sie das weiterführen. Im Grunde wie der Bauer, der seinen Hof an seine Kinder weitergibt.

Silvia Kuchnia: Es ist ja auch nicht so, als wenn wir nie etwas gesagt haben. Wir haben früh gesagt, dass wir uns um die Eisaufbereitungsanlage kümmern müssen. Da standen wir hier im Bistro am Tresen mit denjenigen zusammen, die jetzt in der Bürgerinitiative sind. Die wussten doch, wie es aussieht.

Aber anscheinend haben alle gedacht: Ach, die Kuchnias machen das schon. Uns war bewusst, dass wir mit der Maschine zittern – aber genau das haben wir ja auch immer kommuniziert.

Eishallen-Pächter im Interview: „Uns kann keiner kopieren“

Vom Aus der Eishalle in Münster 2016 profitiert die Eissporthalle in Unna: Die Besucherzahlen steigen laut Kuchnias. © Hennes

Ist es aus Ihrer Sicht schwieriger geworden, Eishallen zu betreiben?

Uwe Kuchnia: Nein. 2002, als wir die Halle übernommen haben, hieß es ja, der Eissport sei kaputt. Ich habe das damals schon nicht so gesehen. Sicherlich hat man immer eine Welle in den Besucherzahlen, aber die ist jetzt nicht so gravierend, dass man sagen kann, für eine Eishalle interessiert sich keiner mehr.

Ich will im Gegenteil sagen: Vor zwei Jahren hat die Eishalle in Münster zugemacht – das haben wir gemerkt. Wir haben dadurch mehr Besucher bekommen. Wir liegen verkehrsgünstig, die Kinder steigen in den Zug und sind hier.

Durch die Schulen, die hier ihre Wandertage verbringen, haben wir in den letzten Jahren einen Anstieg der Besucherzahlen gehabt. Die Schulen kommen aus Hagen oder Lüdenscheid hierher. Die kommen auch aus Soest, obwohl Soest eine eigene Halle hat.

Silvia Kuchnia: Das liegt auch an unseren Laufzeiten. Wir haben nie die öffentlichen Laufzeiten gekippt.


Und Sie haben auch sehr früh immer Eis gehabt, oder?

Uwe Kuchnia: Wir sind hier in der Region diejenigen, die am meisten Eis haben. In der Regel hatten wir immer mit Beginn der Sommerferien Eis und mit Ende der Osterferien abgetaut. Also hatten wir knapp zweieinhalb Monate, in denen wir kein Eis hatten. Es gibt sicherlich Eishallen, die haben ganzjährig Eis, aber das ist beispielsweise Köln, also keine direkt hier in der Gegend.

Selbst wir hätten es geschafft, die Eishalle ganzjährig zu betreiben – allerdings nur mir einer neuen Kälteanlage, die weniger Strom verbraucht.


Wäre das für Sie eine Option gewesen, ganzjährig Eis anzubieten?

Silvia Kuchnia: Wir wollten ganzjährig Eis machen, ja.

Uwe Kuchnia: Wir hatten von Anfang einen Vertrag als Mehrzweckhalle; viele Veranstaltungen wurden uns aber verwehrt. Da ist ganzjähriges Eis eine naheliegende Option.

Silvia Kuchnia: Die damalige Verwaltung, bis 2007/2008 hat vielfach gegen uns gearbeitet.


Inwiefern?

Uwe Kuchnia: Ich fand das schon sehr, sehr befremdlich, dass im Rathaus 2002 Wetten abgeschlossen wurden, wie lange wir denn durchhalten. Man hat mich als Wirt hingestellt, weil wir vorher das Bistro hatten. Dabei komme ich aus der Industrie und bin ausgebildeter Industriemeister. Das fand ich schon ziemlich krass, wie da Leute über mich urteilten, die mich gar nicht kannten.

Und das ist heute wieder genauso. Da schreiben und sagen Leute Sachen über uns, die die Umstände gar nicht kennen.

Eishallen-Pächter im Interview: „Uns kann keiner kopieren“

Bei der Besichtigung der Eissporthalle durch die Bürgerinitiative „Unna braucht Eis“ am 16. Juli begleitet Uwe Kuchnia die Besucher durch die Halle – und wirkt nachdenklich. © UDO HENNES

Gilt das aus Ihrer Sicht auch für die Bürgerinitiative?

Uwe Kuchnia: Das ist schwierig. Ich finde das ja im Grunde gut, dass die was machen wollen. Nur, dass man das alles anzweifelt, was wir sagen, das finde ich nicht in Ordnung. Zumal die Leute aus der Bürgerinitiative uns ja kennen.

Es sind ja nicht die Zahlen von der WBU, die da angezweifelt werden, sondern die Zahlen kommen von uns. Das finde ich erschreckend, wenn die Bürgerinitiative uns so anzweifelt. Das ist in gewisser Art auch ein Vertrauensbruch, weil wir die Leute schon so lange kennen.


Wie schwer fällt es, das jetzt abzuhaken?

Uwe Kuchnia: Man merkt, schon, dass einem was fehlt. Eigentlich wären wir jetzt auf dem Eis. Wenn man ins Gebäude reinkommt, riecht man um diese Jahreszeit das Eis in der Halle. Das fehlt. Das wird erst im Winter richtig verarbeitet werden.

Silvia Kuchnia: Wir haben dieses Jahr wahrscheinlich das erste Jahr, in dem wir Weihnachten Zuhause feiern. Sonst waren wir Heiligabend bis 15 Uhr immer hier. Am zweiten Weihnachtstag hatten wir auch geöffnet.

Uwe Kuchnia: Noch sind wir ja immer noch hier. Wir helfen der WBU beim Rückbau. Wenn Fragen sind, bin ich auch hier. Wir müssen hier auch noch leerräumen. Das wird erst so richtig sacken, wenn das vorbei ist.


Wie geht es für Sie jetzt weiter?

Uwe Kuchnia: Wir haben uns 2007 bereits ein zweites Standbein aufgebaut mit unseren Cateringbetrieben in Dortmund. Darauf werden wir uns jetzt konzentrieren und dies vergrößern.

Silvia Kuchnia: Das reicht finanziell nicht für alle, deswegen müssen wir das weiter ausbauen, damit wir keinen entlassen müssen. Wir schauen, dass wir eine dritte Kantine dazunehmen und auch Kindergärten beliefern.


Es wurde viel diskutiert und spekuliert über die Abschlagssumme, die Sie für das vorzeitige Ende des Pachtvertrages erhalten haben. Wie setzt sich diese Summe zusammen?

Uwe Kuchnia: Man hat berechnet, was wir für Verluste dadurch haben, dass wir die Halle nicht mehr bis zum Ende der Pachtvertragslaufzeit im Januar 2020 weiter betreiben. Das ist das Eine. Dazu kommt der Ausfall von „Kids on Ice“. Die Leute haben ja dafür bezahlt, das müssen wir zurückzahlen. Jetzt wären 270 Kinder hier gewesen, aus aller Welt. Dafür müssen teilweise Flugkosten bezahlt werden.

Und wir haben von dem Dach noch Kredite, die wir abbezahlen müssen. Dazu kommt auch, dass wir keinen unserer Mitarbeiter entlassen wollen, also einen Sozialplan aufstellen. So setzt sich diese Summe zusammen.


Wird es eine Art Abschiedsparty geben?

Uwe Kuchnia: Wir haben es erst überlegt. Aber jetzt machen wir nichts. Das hat natürlich Sicherheitsgründe, aber wir könnten es vermutlich selbst auch nicht ertragen. Und die Kinder sollen die Halle lieber so in Erinnerung behalten, wie sie sie kennen. Wenn irgendjemand danach wieder kommen wird – und ich wünsche es der Bürgerinitiative, dass sie es hinkriegen – , wird es letztendlich immer anders sein. Uns kann keiner kopieren.

Silvia Kuchnia: Für die Kinder ist die Eishalle gestorben. Für die war das die Kuchnia-Eishalle.

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