Elegante Duftnoten einer Dornröschen-Geige

4. Philharmonisches Konzert in Dortmund

DORTMUND Da kann man froh sein, dass die Dortmunder Philharmoniker in dieser Saison alle Brahms-Sinfonien spielen. Die Erste im Philharmonischen Konzert Dienstag und Mittwoch im Konzerthaus war musikalisch ein Meilenstein des Orchesters, das zu einem aufregenden Brahms-Klang gefunden hat.

von Von Julia Gaß

, 02.02.2011, 11:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Komponist Christian Jost. Er hat auch die Oper "Hamlet" geschrieben, die im April in Dortmund zu sehen ist.

Komponist Christian Jost. Er hat auch die Oper "Hamlet" geschrieben, die im April in Dortmund zu sehen ist.

Eine emotionale Massenbewegung mit einem leidenschaftlich dirigenden Jac van Steen, eine perfekte Mischung aus feuriger Wildheit und sonniger Ruhe. Ein Saisonhöhepunkt. Im März folgt die dritte Sinfonie. Gekoppelt hatten die Philharmoniker die Erste mit den großen sinfonischen Effekten mit Brahms' "Geigen-Sinfonie", dem Violinkonzert. Dieses Programm und Isabelle Faust als Solistin bescherten dem Orchester über 1000 Zuhörer an jedem Tag.Eleganz und Energie Die 38-jährige Berlinerin verbindet in ihrem Spiel mit selbstverständlicher Souveränität Eleganz und Energie. Sie kontrollierte im ersten Satz mit energischem Strich und makelloser Technik den Klang auf ihrer Dornröschen-Stradivari mit dem nicht dem allzu großen Ton, setzte luftige Duft-Noten in der Pastorale und versprühte im Finale immer mehr Musizierlust. Van Steen ließ differenziert begleiten; vor allem im Finale war es ein lustvolles, glückliches Miteinander. Es war ein Konzert mit Lebertran und Sahnebonbons. Vorweg gab's die 15-minütige Kopfmusik "CodeNine" von Christian Jost (47) von 2009. Da mäanderte die Musik durchs Orchester, Zitate aus neunten Sinfonien von Mahler, Beethoven und Bruckner konnte man nicht erkennen. In höflichen Applaus mischte sich Dienstag ein Buh-Ruf.

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