Elmar Goerden inszeniert "König Lear": Wer bin ich?

Bochumer Kammerspiele

BOCHUM Schwarze Wände, schwarze Möbel. Ein Blick auf die Bühne, in König Lears Villa zeigt: Hier wird eine finstere Geschichte erzählt.

von Von Ronny von Wangenheim

, 04.10.2009, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Elmar Goerden inszeniert "König Lear": Wer bin ich?

König Lear (Klaus Weiss) mit seinen Töchtern Regan (Evamaria Salcher, l.) und Goneril (Veronika Nickl).

Anfangs kommt durchaus Sympathie mit Goneril und Regan auf, die sich mit dem Vater herumplagen müssen. Doch irgendwann brechen alle Dämme, Machtgier und Grausamkeit bestimmen das Geschehen. Am Ende liegen fast alle tot dort, wo sie am Anfang plauderten. Goerden lässt Lear noch einmal die Frage nach der Liebe stellen – nichts wird sich ändern. Vor allem im ersten Teil schafft Goerden eine sehr dichte, packende Stimmung, konzentriert sich auf die Familiengeschichte, bevor sich später das Familien- zum Weltendrama ausweitet. Bis in die kleinen Rollen kann er sich auf ein starkes Ensemble stützen. Michael Lippold als eiskalter Bastard Edward und Marco Massafra als sein weltfremder Bruder Edgar, der später nackt und verrückt als Tom durch die Welt irrt, seien als Beispiel genannt.

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