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Else Ruckebier zahlte nicht

ASSELN Sie wohnen an der Hollandstraße und glauben, dass die Bezeichnung eine Hommage an das Nachbarland ist? Falsch!

von Von Petra Frommeyer

, 29.11.2007
Else Ruckebier zahlte nicht

<p>Präsentieren die neue Broschüre: die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins.

Der Name lässt sich von "Holl" ableiten, womit man früher eine Mulde bezeichnete, die sich durchs Land zog. Oder von "Olland", denn so wurde unbebautes, nicht nutzbares Land bezeichnet. Und das Land, das zu beiden Seiten der Hollandstraße liegt, hatte bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts genau diese Eigenschaften.

Nachlesen könnten Interessierte das alles in einer neuen, 32-seitigen Broschüre des Heimat- und Geschichtsvereins Asseln, dessen Mitglieder sich akribisch mit der Geschichte der Straßennamen beschäftigten und sie alphabetisch aufgelistet haben.

In Asseln keine Allerweltsnamen

"Namen können viel mehr aus der Ortsgeschichte erzählen, als man denkt", sagen Klaus Coerdt und Werner Augustin, die beiden Vorsitzenden des Heimatvereins. "In Asseln liegt der Glücksfall vor, dass es kaum Allerweltsnamen gibt. Fast alle Straßennamen haben einen unmittelbaren Bezug zum Ort."

Wie z.B. die Ruckebierstraße, benannt nach der Steuerflüchtigen Else Ruckebier. Im Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 wird die Dame als vermögenslos eingeschätzt und daher mit dem niedrigsten Steuersatz eingestuft. Als die Steuer dann entrichtet werden musste, hat sie Asseln schleunigst den Rücken gekehrt.

Der Schlotweg ist pfützenreich

Und der Schlotweg? Er weist auch nicht - wie man meinen könnte - auf einen Kamin hin, sondern hat die Bedeutung "schlaut" (Pfütze). "Der Schlotweg ist ein pfützenreicher Weg, was in weiten Teilen auch heute leider noch stimmt", meinen die Autoren lächelnd.

"Wir gehen davon aus, dass wir die Herkunft und Bedeutung der Straßennamen zufriedenstellend klären konnten und dass keine Fragen offen bleiben", sagen die Heimatforscher. Sollte das dennoch der Fall sein, bitten sie um Rückmeldung. fro

 

Die Broschüre wird am 8. und 9. Dezember auf dem Asselner Weihnachtsmarkt, Am Hagedorn/Flegelstraße, vorgestellt und zum Preis von 4 Euro verkauft. Wer dazu keine Gelegenheit hat, kann das reich bebilderte Buch im ev. Gemeindebüro, Donnerstraße 12, in der Löwen-Apotheke am Asselner Hellweg 129 oder bei Lotto-Toto Schmutzler, Asselner Hellweg 115, bekommen.

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