Nach Astrazeneca-Impfstopp: EMA hält an Empfehlung fest – Entscheidung am Donnerstag

Coronavirus

Die Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat neue Informationen über die Untersuchungen des Astrazeneca-Impfstoffs bekanntgegeben. EMA-Chefin Cooke hält an bisheriger Empfehlung fest.

16.03.2021, 14:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
EMA-Chefin Emer Cooke berichtet in Video-Pressekonferenz über die Untersuchungen des Astrazeneca-Impfstoffs.

EMA-Chefin Emer Cooke berichtet in Video-Pressekonferenz über die Untersuchungen des Astrazeneca-Impfstoffs. © dpa

Die Untersuchungen in Sachen Astrazeneca gehen laut Europäischer Arzneimittel-Agentur (EMA) weiter. Das sagte EMA-Direktorin Emer Cooke auf einer Video-Pressekonferenz am Dienstagmittag. Man werde voraussichtlich am Donnerstag eine Entscheidung für eine aktualisierte Empfehlung finden.

Bis dahin würden alle zur Verfügung stehende Daten und klinischen Berichte zu aufgetretenen Fällen analysiert. Dann werde geprüft, wie sich die Erkenntnisse auf die EU-Zulassung des Impfstoffes auswirkten. Bisher gebe es aber weiterhin keine Anzeichen dafür, dass das Vakzin für die Nebenwirkungen verantwortlich sei.

Cooke: Situation kommt nicht unerwartet

Die EMA hält auch weiterhin an ihrer Empfehlung fest, während der Überprüfung weiter zu impfen. Man sei fest davon überzeugt, dass die Vorteile der Astrazeneca-Impfung zum Schutz vor Covid-19 größer seien als die Risiken, sagte EMA-Chefin Emer Cooke. Sie betonte, dass eine Situation wie diese nicht unerwartet sei. Wenn man Millionen Menschen impfe, sei es unausweichlich, dass man seltene oder ernsthafte Vorkommnisse von Erkrankungen habe, die nach der Impfung auftreten.

Die EMA prüfe nun, ob dies tatsächlich eine Nebenwirkung sei oder Zufall. Es brauche dazu eine wissenschaftliche Bewertung. „Wir müssen die Fakten zuerst haben.“ Vorher könne man nicht zu einer Schlussfolgerung kommen. Allerdings entwickle sich die Zahl der registrierten Fälle im Moment dynamisch. Deshalb könne man noch keine klaren Fallzahlen in der EU nennen.

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Junge Frauen bisher am stärksten betroffen

In Deutschland hat es dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zufolge sieben Fälle einer speziellen Thrombose gegeben, die Grund des Aussetzens der Astrazeneca-Impfungen waren. Sie betrafen Menschen zwischen etwa 20 und 50 Jahren. Sechs davon hätten eine sogenannte Sinusvenenthrombose gehabt, alles Frauen in jüngerem bis mittlerem Alter. Ein weiterer Fall mit Hirnblutungen bei Mangel an Blutplättchen sei medizinisch sehr vergleichbar gewesen. „Alle Fälle traten zwischen 4 und 16 Tagen nach der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff Astrazeneca auf“, hieß es. Drei der sieben Betroffenen seien gestorben.

Alle zur Einschätzung herangezogenen Expertinnen und Experten seien einstimmig der Meinung gewesen, dass hier ein Muster zu erkennen und ein Zusammenhang der gemeldeten Erkrankungen mit der Astrazeneca-Impfung „nicht unplausibel“ ist, hieß es vom PEI. Die Zahl der Fälle nach einer solchen Impfung ist demnach statistisch signifikant höher als die Anzahl von Hirnvenenthrombosen, die normalerweise in der Bevölkerung ohne Impfung auftreten: „Etwa ein Fall wäre zu erwarten gewesen, sieben Fälle waren gemeldet worden.“

Von den schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchenmangel sei nicht die Altersgruppe betroffen, die ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Verlauf habe. Betroffen seien keine Senioren, sondern Menschen in jüngerem bis mittlerem Alter.

RND

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