Emmi Beck brachte zur Lesung alte Zeugnisse mit

Westfälisches Schulmuseum

Eine ganze Woche lang mussten Emmi und ihre Freundin Marlies Rechen- und Schreibaufgaben machen, mündliche sowie schriftliche Prüfungen ablegen. 60 Jahre ist es her, dass sie auf das Ergebnis der Aufnahmeprüfung für die Droste-Hülshoff-Realschule warteten.

MARTEN

von Von Katrin Kandula

, 14.02.2011, 17:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Emmi Beck berichtet aus ihre Schulzeit.

Emmi Beck berichtet aus ihre Schulzeit.

Die Autorin wuchs in Oberdorstfeld auf, besuchte dort die Volksschule und setzte schließlich bei ihren Eltern den Wunsche durch, eine "höhere Schule" besuchen zu dürfen. Denn das war damals für ein Mädchen nicht üblich. Emmi Beck liest mit der Stimme einer Erzählerin, die sich gerne erinnert und ihre Zuhörer an die vergangenen "Schauplätze" mitnimmt. Sie hat sich viele Details gemerkt und zu Papier gebracht. Zu jedem Unterrichtsfach und Raum der Mädchenschule gibt es eine Anekdote. "Musik hatten wir bei Herrn Strick", beginnt sie. Der Lehrer begleitete den Gesang der Schülerinnen auf einem Bechstein-Klavier. "Doch niemandem war es erlaubt, dem guten Stück näher zu kommen", berichtet Beck. Ein "Ach ja" tönt durch den einstigen Klassenraum. Viele Besucherinnen der Lesung sind auch ehemalige Schülerinnen. Alle tragen Erinnerungen zusammen, die die einzelne gar nicht behalten konnte. "Es ist eine Freude, in den alten Zeiten zu schwelgen", findet Ingrid Bärhold, die sich selber noch häufig mit ihrer Schulzeit auseinander setzt.

Emmi Beck hat einige Erinnerungsstücke mitgebracht, die den anderen Frauen bekannt vorkommen: Eine im Handarbeitsunterricht genähte Schürze, ein Gedichtband, Zeugnisse. "Wenn Sie sich die Hefte ansehen, gucken Sie, ob meine Handschrift wirklich so schrecklich war", fordert die Autorin die Besucher mit einem Zwinkern auf.