Emscher-Umbau: Pächtern gekündigt

HUCKARDE Für Grabeländer und Taubenzüchter am Blumenkamp in Huckarde hat das alte Jahr nicht gut geendet. Rund 40 von ihnen hat die Emschergenossenschaft zum 31. Oktober 2008 die Pacht gekündigt.

von Von Arndt Brede

, 12.02.2008, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Doch das neue Jahr könnte Hoffnung bringen. Zumindest für einige von ihnen. Denn die Emschergenossenschaft benötigt für die Arbeiten zum naturnahen Umbau der Emscher zwar viel Fläche - unter anderem eben auch Grabeland - aber möglicherweise nicht die Flächen aller Laubenpieper.

Genau das aber befürchten die Grabeländer. Sie haben bereits Widerspruch gegen die Kündigungen eingelegt.

Berndt Rosenbaum, einer der Betroffenen, äußerte im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten seinen Ärger: "Die meisten von uns sind schon über 30 Jahre auf dem Gelände." Für viele von ihnen bedeute die Kündigung den Verlust lieb gewonnenen Areals.

Tauben verkaufen

Einer, den die Entwicklung besonders hart trifft, ist Ralf Schrade. Der 74-Jährige züchtet in Sichtweite der Emscher seit 35 Jahren Tauben. "Ich halte es nicht für möglich, die Tiere an einen neuen Schlag zu gewöhnen. Ich muss eben versuchen, Tauben an andere Züchter zu verkaufen. Den Rest muss ich töten."

Ebenfalls entsetzt ist Andreas Höfter: "Ich habe allein im vergangenen Jahr 20 000 Euro in eine Art ,Datscha? und die Gestaltung meines Gartens investiert." "Wenn wir ja wenigstens eine vernünftige Begründung für die Kündigungen bekämen", sagt Berndt Rosenbaum. Und signalisiert, dass er eine gütliche Einigung anstrebe: "Wenn wir dazu beitragen können, dass die Emscher renaturiert werden kann, dann akzeptieren wir die Kündigungen."

Eine Haltung, die Michael Steinbach, Pressesprecher der Emschergenossenschaft, durchaus zu schätzen weiß: "Wir haben den Grabeländern ja schriftlich mitgeteilt, dass wir im Mai mit den Detailabstimmungen fertig sind und uns danach mit allen Betroffenen in Verbindung setzen wollen, um unseren genauen Flächenbedarf verbindlich anzumelden."

Schon 2003 informiert

Die Kündigungen zum 31. Oktober dieses Jahres seien deshalb ausgesprochen worden, um Fristen zu wahren. Bei allem Verständnis für die Grabeländer weist Michael Steinbach deutlich darauf hin, dass die Emschergenossenschaft den Grabeländerm bereits im Jahr 2003 angekündigt habe, dass die Flächen in den nächsten Jahren gekündigt würden. "Wir brauchen eben große Flächen für Erdbewegungen und Fahrzeugverkehr", sagt der Pressesprecher. 

Schlagworte: