Enten-Rennen im Stillstand

WITTEN Es wird als das wohl ulkigste aller EntenRennen in die Annalen der Stadt eingehen: Denn mangelnde Strömung und Gegenwind machten am gestrigen Sonntag aus dem Enten-Rennen auf der Ruhr ein Stehkonvent. Die quietschgelbe Schar bewegte sich nicht von der Stelle.

von Von Lisa Timm

, 22.06.2008, 19:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit einem Griff in die Vollen wurden die Sieger des  Entenrennens ermittelt.

Mit einem Griff in die Vollen wurden die Sieger des Entenrennens ermittelt.

Noch war man guter Dinge als Bürgermeisterin Sonja Leidemann zum Start die Zuschauermenge von 10 abwärts zählen ließ. Doch der Rotary-Club Hohenstein als Veranstalter hatte offenbar schon geahnt, was kommen würde, denn der Start zur 500 Meter-Strecke war bereits um 150 Meter verkürzt worden. Aber selbst das half nichts. Die Enten dümpelten vor sich hin, trieben teilweise sogar flussaufwärts durch die kräftigen Windböen.

Zweckentfremdung

Als gar kein gutes Zureden durch den Moderator des Rennens, Karsten Zierdt, mehr half, griffen die Männer des Löschzugs Altstadt der Feuerwehr ein. Sie zweckentfremdeten einen der Schläuche des Zieleinlaufs und funktionierten ihn zum Treiber um. Mit Hilfe des Schlauchs, der an zwei Booten befestigt wurden, gelang es, den überwiegenden Teil der Entenschar zu umzingeln und langsam ins Ziel zu schleppen. Dort entschied dann der Griff in die Vollen, welche Losnummer gewonnen hatte. Zwischen der Herbeder Schleuse und der Lakebrücke herrschte Hochbetrieb. Ganz Herbede so schien es, war auf den Beinen. Wer nicht als direkter Zaungast das Rennen miterleben wollte, der konnte ganz gelassen das Geschehnis auf dem zur Schlemmermeile umfunktionierten Lohmann-Parkplatz verfolgen.

Ernstfall

Dort fand das eigentliche Rennen statt. Nämlich das des Koch- und Küchenpersonals. Die Mitarbeiter der neun teilnehmenden Gastronomie-Betriebe lernten gleich beim 1. "Genuss am Fluss"-Event den "Ernstfall" kennen. Das sonnige Wetter, die Werbung des Stadtmarketings sowie die bestechende Nähe zum RuhrtalRadweg wirkten wie ein Magnet.

Und in der Tat überboten sich die Wirte vor Ort mit Leckereien. Ob Kaninchen-Filet am Spieß, Atlantikzungen-Filet im Chardonnay-Teig, Geflügel-Leber auf Rucola, Gambas in Knoblauch-Olivenöl, Rinderhüfte auf Gemüse oder Zander in der Tomaten-Orangen-Kruste, der Vielfalt waren keine Grenzen gesetzt.

Schon der Samstag übertraf die Erwartungen aller. Und mit dem Auftritt der Crowns hatten die Veranstalter voll ins Schwarze getroffen. Die untermalende Musik der Gruppe ließ den Abend vor sich hin plätschern, genauso gemütlich wie die Ruhr nebenan.