Erfolgreiche Kooperation zwischen Arbeitsagentur und Unnaer Logistiker

rnAusbildungsmarkt

Ein junger Mann fühlt sich in der Sackgasse. Die Schule verlassen, vom Berufskolleg weggemobbt, mit einer Lücke im Lebenslauf. Doch er findet den richtigen Weg – jetzt hat Timo Griewel seine Ausbildung erfolgreich beendet.

Unna

, 14.08.2018, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Matthias Hohmann, Geschäftsführer beim Unnaer Logistiker Night Star Express, blickt zufrieden zu Timo Griewel herüber. Der hat nicht nur seine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement erfolgreich beendet, sondern wurde auch übernommen und bekommt mehr Verantwortung.

Dass der junge Mann, der jüngst von Unna nach Dortmund gezogen ist, im Alter von 25 Jahren seine Ausbildung beendet hat, deutet schon darauf hin, dass bei ihm nicht alles rund lief. Und tatsächlich fällt Griewels Blick in die Vergangenheit nachdenklich aus. „Als ich Kontakt zur Arbeitsagentur aufgenommen habe, befand ich mich in einer schwierigen Zeit. Ich hatte die weiterführende Schule verlassen, wurde wegen meines damals großen Übergewichtes vom Hansa-Berufskolleg heruntergemobbt. Ich wusste, ich muss etwas tun.“ Der Weg zur Agentur für Arbeit war genau der richtige. Dort wurde er ernst genommen, trotz der Lücke in seinem Lebenslauf. Berufsberater Rüdiger Sporkert entwickelte mit Griewel eine Perspektive. Die Lösung war eine kooperative Ausbildung.

Werkstatt Unna trägt das Angebot

Die Werkstatt Unna ist Träger des Angebotes, sie schloss mit Timo Griewel einen Ausbildungsvertrag. Zugleich unterzeichneten sie und ein Dortmunder Unternehmen einen Kooperationsvertrag. Das bedeutete, dass die Dortmunder Firma den Unnaer ausbilden sollte. Tat sie aber nicht, sagt Griewel heute. „Das Unternehmen war im Umzug, hat die Förderung der Arbeitsagentur wohl ausgenutzt.“ Griewel wechselte in ein anderes Unternehmen. Dort hatte er allerdings eine längere Fehlzeit, kam nicht zurecht. „Danach hat mich die Werkstatt Unna aufgefangen“, erinnert sich Griewel.

Eine neue Chance

Im September kam dann der Kontakt zustande, der sein Leben maßgeblich verändern sollte. Er bekam eine Chance beim Unnaer Logistikunternehmen Night Star Express. „Wir haben nicht auf die Förderung geguckt. Wir haben einen Auszubildenden gesucht und hatten dass Gefühl: Der passt zu uns“, berichtet Geschäftsführer Matthias Hohmann. Dass das Unternehmen ihn im Februar 2018 in ein eigenes Ausbildungsverhältnis übernommen habe, sollte den jungen Mann zusätzlich motivieren. Und tatsächlich ging es für Griewel immer weiter bergauf, im Juni bestand er seine Prüfungen. „Und er hat ein richtig gutes Zeugnis“, weiß Hohmann.

Nicht nur deswegen beschloss Night Star Express, den jungen Mann auch nach seiner Ausbildung zu übernehmen. Er trägt Verantwortung im Bereich Qualitätsmanagement, wo er mit Ausbilder Ulfert Horlitz bereits in seiner Ausbildung wichtiges Basiswissen entwickelt hat.

Potenziale im Vordergrund

Für Rüdiger Sporkert und Sven Mosdzien von Agentur für Arbeit in Hamm hat das Beispiel Timo Griewel Vorbildcharakter. „Das zeigt, dass ein Weg nicht immer gerade verläuft und doch zum Ziel führen kann“, so Sporkert. Er wirbt für die duale Ausbildung. „Viele Arbeitgeber sind inzwischen zum Glück von ihren krassen Einstellungskriterien abgekommen.“ Im Vordergrund stünden nicht allein Schulnoten, sondern immer mehr der Mensch mit seinen Qualitäten und Potenzialen. Die hat auch Matthias Hohmann in Timo Griewel gesehen, der zudem längst zu einem echten Leichtgewicht geworden ist. Und Hohmann ergänzt, dass es auch in der Logistikbranche möglich sei, sich nach einer Ausbildung weiterzubilden. Timo Griewel stehen also die Türen im Unternehmen offen.