Erst erobert sie Essen – dann folgen Mailand und New York

Hanna-Elisabeth Müller

Viele Musikfreunde werden Hanna-Elisabeth Müller vor fünf Wochen "kennengelernt" haben, als sie kurzfristig bei den Eröffnungskonzerten der Hamburger Elbphilharmonie einsprang. Bevor sich die 31-jährige Sopranistin nun aufmacht, im März die New Yorker Metropolitan Opera mit Beethoven (Marzelline) und im Mai die Mailänder Scala mit Mozart (Donna Anna) zu erobern, kam sie am Donnerstag noch einmal nach Essen.

ESSEN

, 17.02.2017 / Lesedauer: 2 min
Erst erobert sie Essen – dann folgen Mailand und New York

Hanna-Elisabeth Müller war zu Gast in der Philharmonie Essen.

Als Krönung eines ihr hier von der Philharmonie ausgerichteten dreiteiligen Künstlerporträts sang Hanna-Elisabeth Müller Arien von Mozart bis Massenet.

Lag ihr das Publikum dabei schon aufgrund ihrer natürlichen, jugendlichen Ausstrahlung und ihrem gewinnenden Lächeln zu Füßen, so wurde es durch ihre leicht ansprechende, frische und strahlende Stimme gänzlich verzaubert.

Warmes Vibrato und fließendes Legato

In zwei Mozart-Szenen aus "Idomeneo" und "Don Giovanni" gefiel der Jungstar mit angenehm warmem Vibrato und fließendem Legato, ließ aber auch keinen Zweifel daran, dass er sich im Forte mühelos über die begleitenden Essener Philharmoniker hinwegzusetzen vermochte.

Die Cavatine der Norina aus Donizettis "Don Pasquale" trug Hanna-Elisabeth Müller kokett vor, schmückte sie auch szenisch aus, indem sie erst mal mit einem Büchlein (Titel: "I love Essen") herein schlenderte und sich auf einem Stuhl zurücklehnte.

Von wilder Leidenschaft zu zärtlichen Tönen

Als Bellinis verliebte Julia und Bizets Leila schmeichelte sie sich in die Gehörgänge. In Rezitativ und Arie aus Massenets "Manon" beeindruckte, wie sie von wilder Leidenschaft nahtlos zu zärtlichsten Tönen fand!

Friedrich Haider, in der kommenden Spielzeit Erster Gastdirigent am Aalto-Theater, erwies sich mit den Essener Philharmonikern als sängerfreundlicher Begleiter. Die eingestreuten Orchesterstücke von Wolf-Ferrari, Donizetti und Bizet brachte er effektvoll zur Geltung.

Puccinis "O mio babbino caro" und Gounods Walzer "Je veux vivre" rundeten den beglückenden Opernabend ab.