Erstaufnahme Huckarde: "Bürgerinformation ist Sache der Verwaltung"

Brief an Oberbürgermeister Ullrich Sierau

Erst am 1. März wurde Bezirksbürgermeister Harald Hudy von Oberbürgermeister Ullrich Sierau über die in Huckarde geplante Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge informiert. Rund einen Monat später als die Landesregierung. Was er davon hält, hat Hudy dem OB jetzt in einem Brief mitgeteilt.

HUCKARDE

03.03.2016, 17:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Gelände an der ehemaligen Kokeei Hansa. Dort soll die neue Erstaufnahme entstehen.

Das Gelände an der ehemaligen Kokeei Hansa. Dort soll die neue Erstaufnahme entstehen.

"Es ist kein böser Brief", betont der Huckarder Bezirksbürgermeister. Aber zwischen den Zeilen des Schreibens, das der Redaktion vorliegt, ist die Verärgerung über die Informationspolitik der Stadt Dortmund deutlich herauszulesen. 

"Ich halte es für etwas merkwürdig, dass diese Erstinformation erst so spät erfolgte, da sich aus dem Schreiben des Ministeriums für Inneres und Kommunales ergibt, dass bereits am 3.2.2016 die Stadt Dortmund dem Ministerium Überlegungen und Pläne hinsichtlich des Baus einer solchen Einrichtung im Stadtteil Huckarde vorgestellt hat", schreibt Harald Hudy und stellt die Frage: "Warum sind wir darüber nicht rechtzeitig informiert worden?"

"Bürgerinformation ist Sache der Verwaltung"

Vor diesem Hintergrund lehnt es der Huckarder Bezirksbürgermeister auch ab, zu einer Bürgerinformation einzuladen, teilt er dem OB in seinem Schreiben mit. Die Pläne, diese Einrichtung in Huckarde zu bauen, seien anderorts gefasst worden, ohne die Bezirksvertretung Huckarde zu informieren. "Darüber hinaus", so Hudy, "sind mir die Pläne, die dort vorgestellt werden sollen, auch nicht im Ansatz bekannt." Deshalb sei es nun Sache der Verwaltung, die Veranstaltung durchzuführen.

Keine Verweigerungshaltung

Die Kritik des Bezirksbürgermeisters ist aber nicht der Beginn einer Verweigerungshaltung. "Ich werde den Bau und die Planung dieser Einrichtung begleiten, so hoffe ich es jedenfalls", schreibt Hudy, der auch der Bürgerversammlung beiwohnen will, wenn die Verwaltung dazu einlädt. 

Hudy kündigt zudem an, dass er versuchen will, zu erreichen, "dass die Huckarder Bevölkerung die Flüchtlinge willkommen heißt und ihnen den Aufenthalt in unserem Stadtbezirk so angenehm wie möglich machen wird".

 

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