Erste Bohrung für Schulneubau

BOCHUM Auch eine umtriebige Oberbürgermeisterin wie Dr. Ottilie Scholz kann sich ab und an noch über eine Premiere freuen. So wie gestern, denn erstmalig nahm sie eine Bohrung zwecks Hohlraumverfüllung vor.

von Von Katrin Herbstreit

, 10.01.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Schuldirektor Walter Bald und einige Schüler freuen sich über den Baubeginn "ihrer" Schule.</p>

<p>Schuldirektor Walter Bald und einige Schüler freuen sich über den Baubeginn "ihrer" Schule.</p>

Anlass war der geplante Neubau der Erich-Kästner-Schule an der Markstraße. Dort muss zunächst der Baugrund für das neue Schulgebäude verfestigt werden, da der Untergrund in vielen Teilen, wie Scholz locker umschrieb: "einem Schweizer Käse gleicht". Danach kann das Bauprojekt in diesem Frühjahr mit dem Ausschachten der Baugrube so richtig starten.

Teuerster Neubau

Scholz skizzierte noch einmal die Überlegungen und Probleme, die zu der Entscheidung führten, den geplanten Neubau für 21 Millionen in die Tat umzusetzen, bei dem es sich um den teuersten Schulneubau der Nachkriegsgeschichte handelt. Schon lange war bekannt, dass die alten Gebäude hochgradig PCB-verseucht sind. Es herrschten die höchsten Werte aller Messergebnisse an Bochumer Schulen. Bis Ende 2009 müssen die 1200 Schüler noch ausharren, dann sollen sie planmäßig das neue Schulgebäude beziehen können. Wie sehr sie sich darauf freuen, zeigte ihr zahlreiches Erscheinen, trotz nasskalten Wetters.

Dass dieses Gebäude nicht nur ein Gewinn für die Schule, sondern für den ganzen Stadtteil bedeutet, stellte Schuldirektor Walter Bald, dem die Begeisterung ins Gesicht geschrieben stand, in einer kurzen Rede heraus. Er räumte mit dem Vorurteil auf, Gesamtschulen als Massenschulen abzukanzeln und betonte das individuelle und differenzierte Schulkonzept der Erich-Kästner-Schule.

Keine Massenschulen

Dieses Konzept findet sich auch in der Planung des Neubaus wieder. Die unterschiedlichen Jahrgangsstufen haben eigene Einheiten und Schulhöfe, alle treffen sich in einer gemeinsamen Mitte bestehend aus einer großzügigen Mensa und Aula.

"Öl!" riefen Fünftklässler begeistert aus, als sich bei der Bohrung Kohlerückstände ins Grundwasser mischten. Eine Ölquelle wurde leider nicht entdeckt, aber die Erich Kästner-Schule freut sich auch so über einen echten Hauptgewinn.