Erste Kooperation für eine gute Nachbarschaft

BoSy und Rottstr5-Theater

Doppelschlag am Rottstr5-Theater: Gleich mit zwei Premieren will die freie Bühne am Wochenende für Aufsehen sorgen. Zum ersten Mal kooperiert das Theater um Hans Dreher dafür auch mit den Bochumer Symphonikern – denn mit Bau des neuen Musikzentrums wird das städtische Orchester neuer Nachbar der kleinen Bühne. Und das soll beide Einrichtungen befruchten.

BOCHUM

, 05.03.2015, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erste Kooperation für eine gute Nachbarschaft

"Hagens Klage" kehrt an die Rottstraße zurück - unterstützt von den Bochumer Symphonikern.

„Man kann nicht einfach ein Haus beziehen und nicht vorher gucken, wer da noch so wohnt“, sagt Christiane Peters von den Symphonikern. Und so trat das Orchester in Kontakt mit dem Rottstr5-Theater. Dort fand man auch gleich das passende Stück für eine erste Zusammenarbeit: Eine veränderte Wiederaufnahme von „Hagens Klage“, das ursprünglich 2011 Premiere an der Rottstraße gefeiert hat.

In dem von Carsten Marc Pfeffer und Hans Dreher geschriebenen Stück geht es um Hagen von Tronje, eine besonders schillernde Gestalt der Nibelungen-Saga. Für die Zusammenarbeit mit den Symphonikern eignet es sich nun deshalb besonders gut, weil es als Rockoper konzipiert ist – basierend auf dem „Ring“ von Richard Wagner schrieb Komponist Boris Jakov Babic die Musik für „Hagens Klage“.

Urbesetzung zurück

„Die Musik wurde nun erweitert komponiert“, sagt Hans Dreher und freut sich darüber, dass die Band auf der Bühne um ein klassisches Instrumentarium mit Oboe, Viola, Kontrabass und Violoncello erweitert wurde. „Das wird nuancierter klingen als es damals je möglich war“, sagt er.

Doch ist er auch froh über eine Konstante bei dem Stück. Denn die beiden Hauptrollen spielen abermals Felix Lampert und Charlene Markow, die bereits 2011 zur Urbesetzung des Stückes gehörten.

Große Herausforderung

Am Haus arrivierte, aber auch neue Schauspieler stehen indes bei der zweiten Premiere des Wochenendes auf der Bühne, wenn es in dem Strindberg-Klassiker „Ein Traumspiel“ mit der Götter-Tochter Indra auf eine Reise durch die Welt der Sterblichen geht.

Das Stück, surreal wie ein Traum, stellte Regisseurin Laura Junghans vor eine große Herausforderung: „In dem Stück treten rund 50 Charaktere auf“, sagt sie und fertigte daraufhin eine eigene Fassung an, in der schließlich nur noch 20 verschiedene Figuren vorkommen. „Die werden von fünf Schauspielern in Mehrfachbesetzung gespielt“, sagt die junge Regisseurin.

Konzentration auf Schauspiel

Dass dabei der Zuschauer Bezüge zwischen den einzelnen Figuren herstellen könnte, die so eigentlich gar nicht von Strindberg vorgesehen waren, ist durchaus Konzept der Inszenierung: „Wir überlassen das ganz dem Zuschauer“, sagt Junghans und erklärt, dass eine ihrer zentralen Frage auch die nach der eigenen Persönlichkeitskonstruktion war: „Ich finde es gerade interessant zu fragen, wie viele Charaktere bin ich eigentlich?“

Da das Rottstr5-Theater über keine ausgefeilte Bühnentechnik verfügt, um die Geschichte von wachsenden Schlössern und anderen traumhaften Welten opulent auf die Bühne zu bringen, hat sich Junghans auf die Licht-Regie und das Schauspiel konzentriert, wie sie sagt: „Wir haben versucht jedem Charakter Besonderheiten zu entlocken.“ 

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