„Es wird teuer für die Stadt“

Politiker unter sich

Sabine Marunga (SPD) war Sonntagabend die mit Abstand nervöseste Kandidatin im Ratssaal. Würden die Herbeder Wähler sie dafür bestrafen, dass der Stadtverband sie anstelle des Ortsvereinskandidaten Georg Klee ins Rennen geschickt hatte?

WITTEN

25.05.2014, 23:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Es wird teuer für die Stadt“

Sabine Marunga (SPD) freute sich, in Herbede trotz der schwierigen Situation gewonnen zu haben.

Es waren Kandidaten und ihre Anhänger, die den Blick gespannt auf die Leinwand richteten. Die meisten trudelten erst kurz vor 20 Uhr ein – darauf eingerichtet, länger auf die Kommunalwahlergebnisse zu warten als sonst. Zuerst wurde nämlich die Europawahl ausgezählt und die interessierte nicht so wirklich. Etwas gespanntere Unruhe machte sich erst breit, als Ergebnisse der an zweiter Stelle ausgezählten Kreistagswahl aufliefen. Als dann die Wittener Zahlen mit der wachsenden Menge der ausgezählten Wahllokale tragfähiger wurden, zeichneten sich positive wie negative Reaktionen deutlich auf den Gesichtern ab. Sattes Glück bei der SPD, Schmallippigkeit bei der CDU. Resignation, unverhohlener Ärger und Zufriedenheit bei den kleineren Parteien und Gruppierungen, je nach den Erwartungen, mit denen man in den Wahlkampf gezogen war.

Besonders strahlende Gesichter sah man beim von niedergelassenen Wittener Ärzten dominierten Bürgerforum. Die erst zum zweiten Mal antretende Partei konnte sich um knapp drei Prozent auf nun über zehn Prozent Stimmenanteil verbessern. Anders als bei den Wahlen zuvor, wurde die niedrige Wahlbeteiligung von den Politikern diesmal kaum mehr angesprochen. Offenbar haben sie sich quer durch alle Schattierungen schon daran gewöhnt, nur durch knapp die Hälfte der Bürger legitimiert zu sein, während die anderen, darauf verzichten, überhaupt mitzuentscheiden, wer in Witten das Sagen hat.