Esel musste eingeschläfert werden

Tiertragödie

KIRCHDERNE Für den Maulesel kam das Einschreiten der Tierschützer zu spät. Der erst zwei Jahre alte Hengst aus einem heruntergekommenen Stall in Kirchderne musste am vergangenen Wochenende eingeschläfert werden.

von Von Gaby Kolle

, 04.01.2010, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für den zweijährigen Maulesel kam jede Hilfe zu spät. Ein Gummiband war in seinen Hinterlauf eingewachsen.

Für den zweijährigen Maulesel kam jede Hilfe zu spät. Ein Gummiband war in seinen Hinterlauf eingewachsen.

Die Tierschutzorganisation Arche 90 alarmierte am Samstag Polizei und Amtstierarzt, weil sich Anwohner einmal mehr über unhaltbare Zustände auf einer Koppel nahe der Böschung zur B 236n beschwert hatten.  Wasser stand in den verwahrlosten Ställen, das Futter auf der Weide war gefroren. In den vermüllten Unterständen hausen zurzeit auch mehrere Ziegen, Katzen, ein Pony und ein Hängebauchschwein. Ebenso wenig wie der Amtsveterinär konnte der auch herbeigerufene Tierarzt und Pferde-Experte Jörg Grafen (43) den kranken Hengst vor Ort untersuchen. Die Besitzerin, die das Recht an dem Esel nicht an die Arche 90 abtreten wollte, erteilte Grafen daraufhin den Auftrag, das Tier stationär in der Pferdepraxis in Kirchhörde aufzunehmen. Am Ende blieb dort nur die erlösende Spritze. Das eingewachsene Gummiband hatte das Bein bereits zerstört. „Die Verletzung war mit Sicherheit nicht frisch“, sagte Grafen gegenüber unserer Redaktion. Eine Obduktion des Hinterbeins soll nun Klarheit darüber bringen, woher die Verletzung stammt und ob die Tierhalterin eine Mitschuld trägt. Auch die Bezirksregierung Arnsberg wird einen Blick auf die Untersuchungsergebnisse werfen. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hat es bereits einen Einsatz der Arche 90 auf dem mit Hütten bebauten Brachland gegeben. Die Tierschützer holten abgemagerte Hühner, Enten und Kaninchen von dem Grundstück.

Vier Schafe, sechs Hängebauchschweine, ein Maultier und ein Pony durften damals bleiben unter Auflagen, die das Veterinäramt erteilte. Am Montag waren noch einmal zwei Amtstierärzte vor Ort. Ergebnis: Es sei zu „tolerieren“, so Stadtsprecher Michael Meinders, wie die Tiere gehalten würden. Sie hätten Rückzugsmöglichkeiten und trockene Flächen. Zudem sei die Tierhalterin im letzten Jahr den Hinweisen und Forderungen der Amtsveterinäre immer nachgekommen. Tierarzt Grafen dagegen sprach von einem „sehr fragwürdigen Zustand“ auf dem Gelände. Anwohner in Kirchderne wollen das nicht länger hinnehmen und haben eine Unterschriftensammlung gegen diese Art der Tierhaltung gestartet.  

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