EU-Kommission strebt einheitliche Handy-Ladebuchse an

Verbraucher

Einheitliche Ladekabel für Smartphones könnten eine Menge Elektromüll vermeiden. Auf Druck der EU-Kommission gibt es immerhin nur noch drei Ladebuchsen. Doch das reicht der Behörde noch nicht.

Brüssel

23.09.2021, 04:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die EU-Kommission will am heutigen Donnerstag einen Gesetzesvorschlag für einheitliche Ladebuchsen an Handys, Tablets und anderen Elektrogeräten machen.

Die EU-Kommission will am heutigen Donnerstag einen Gesetzesvorschlag für einheitliche Ladebuchsen an Handys, Tablets und anderen Elektrogeräten machen. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Kabel für alle: Die EU-Kommission will am heutigen Donnerstag einen Gesetzesvorschlag für einheitliche Ladebuchsen an Handys, Tablets und anderen Elektrogeräten machen.

Der zuständige Binnenmarktkommissar Thierry Breton werde am Mittag eine Pressekonferenz zu einer „einheitlichen Lösung für Aufladegeräte elektronischer Geräte“ halten, kündigte die Brüsseler Behörde am Mittwoch an.

Dabei könnte auch zur Diskussion gestellt werden, ob die Geräte überhaupt noch mit Netzteil ausgeliefert werden sollen. Zuvor hatten Business Insider und andere Medien über den lange erwarteten Vorstoß berichtet, durch den viel Elektroschrott vermieden werden soll. Das EU-Parlament hatte die EU-Kommission Anfang 2020 aufgefordert, Vorschriften für einheitliche Ladetechnik zu erarbeiten.

Gesetzesvorschlag vor allem für den iPhone-Konzern Apple ein Ärgernis

Die Frage der Ladegeräte beschäftigt die EU-Institutionen seit mehr als einem Jahrzehnt. 2009 einigten sich 14 Handy-Hersteller - unter ihnen Apple - auf Druck der EU-Kommission in einer Selbstverpflichtung auf einen einheitlichen Standard für Netzteile. Bei den Buchsen in Smartphones und Tablet-Computern blieben von einst mehreren Dutzend Typen noch drei übrig: Das inzwischen veraltete Micro-USB, das neuere USB-C und die dünneren „Lightning“-Anschlüsse von Apple. Auf eine einheitliche Buchse warten die Verbraucherinnen und Verbraucher seitdem jedoch vergeblich.

Zuletzt hatte die Pandemie das Thema von der Agenda der EU-Kommission verdrängt. Der nun erwartete Gesetzesvorschlag dürfte vor allem für den iPhone-Konzern Apple ein Ärgernis sein. Apple will seinen hauseigenen Lightning-Anschluss behalten, der derzeit in allen iPhones, aber auch manchen Tablet-Modellen wie dem aktuellen iPad 9 verbaut wird. Andere iPad-Modelle verfügen bereits über eine USB-C-Buchse.

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Apple argumentiert, bei allen Netzteilen setze man ohnehin auf USB-C. Mit einer Zwangsabschaffung der Lightning-Buchse werde eine große Menge an zusätzlichem Elektroschrott entstehen. Der iPhone-Konzern legt seinen aktuellen iPhone-Modellen gar kein Netzteil mehr bei, weil diese oft schon in den Haushalten vorhanden sind.

dpa

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