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"Eugen Onegin" ist in Minimalimus-Falle getappt

Theater Hagen

Die meisten in seinem Umfeld hatten dringend davon abgeraten: Für eine Oper sei Puschkins Versroman Eugen Onegin viel zu unspektakulär. Peter Tschaikowski allerdings ließ sich nicht abhalten. Letztlich wurde "Eugen Onegin" sein größter Opern-Erfolg. Nach 15 Jahren hat das Theater Hagen den Dreiakter wieder auf die Bühne gebracht.

HAGEN

, 07.03.2016 / Lesedauer: 2 min
"Eugen Onegin" ist in Minimalimus-Falle getappt

Veronika Haller gibt die schwärmerische Tatjana in der Hagener Inszenierung.

Holger Potocki, freier Regisseur aus Berlin, hatte vor einem Jahr ein gelungenes Debüt in Hagen gegeben - mit einem ausgeklügelt-hintergründigem "Faust". Mit "Eugen Onegin" zeigt er nun ein deutliches Kontrastprogramm.

Gemeinsam mit der Ausstatterin und Hagen-Debütantin Tanja Hofmann tappt Potocki in die Minimalismus-Falle. Man habe die subtilen Charakterzeichnungen der Partitur nicht "überdecken" wollen, lautet die Begründung für eine weitgehende Abwesenheit von Inszenierung und Kulisse.

Innere Zustände der Figuren

Dabei wäre es doch gerade die Aufgabe von Regie und Ausstattung, die verborgenen, inneren Zustände in starke Bilder zu übersetzen. Stattdessen dominiert das Schwarze Loch der leeren Bühne. Das ist reichlich wenig bei einem Stück, das sich 80 Minuten lang mit der Langeweile der Provinz, enttäuschten Erwartungen älterer Frauen und aufkeimenden Leidenschaften junger Backfische beschäftigt.

Musikalisch ist der Hagener Onegin durchaus gelungen. Allen voran gibt Veronika Haller eine überzeugende Tatjana. Die Entwicklung von jugendlich-schwärmerischer Lebenslust zu ernsthafter Gefühlstiefe und resignierter Abgeklärtheit gelingt ihr gut.

Schwierige Akustik

Kenneth Mattice hingegen glänzt als arroganter Onegin, der die Liebesbeteuerungen mit den Händen in den Taschen an sich abperlen lässt; die Wandlung zum Geläuterten und Verzweifelten ist weniger glaubhaft.

Das Orchester überdeckt so manches Mal die Sänger. Damit erreicht Mihhail Gerts am Pult zwar ein schönes Klangbild, unterschätzt dabei die schwierige Akustik des eher kleinen Theaters.

Termine: 9./18.3., 13./ 21.4. im ; Karten: Tel. (02331) 2073218.