Eva Knierim leitet jetzt das Theater Thespis

Nach Trauerfall

LINDEN Nachdem das Jahr mit dem 18. Geburtstag des Theaters Thespis so schön begonnen hatte, traf das kleinste Theater der Stadt ein schwerer Schicksalsschlag: Gründer und Intendant Ronald Knierim starb am 14. Mai an Leukämie. Seine Frau schaut jetzt nach vorne.

von Von Iris Woitschell

, 23.12.2009, 14:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Wir haben den Spielbetrieb dann erst einmal eingestellt. Komödien zu spielen wäre überhaupt nicht gegangen", sagt seine Frau Eva Knierim. Danach stand aber schnell fest, dass das Zimmertheater an der Baaker Mulde nicht verstauben soll. "Das Theater war der große Traum meines Mannes", so Eva Knierim. Es zu schließen sei daher nicht in Frage gekommen. Im Gegenteil: Es in seinem Sinne weiterzuführen sei der richtige Weg.

Dennoch sei ein großes emotionales Loch entstanden. Der 59-jährige Kunst- und Musiklehrer der Schillerschule war ein verbindendes Element, nicht nur zu den Schauspielern, sondern auch zum Publikum. Er war Intendant, Autor und Regisseur in Personalunion. In den 18 Jahren Spielbetrieb hat er alle Stücke selbst geschrieben. Seine Frau hat immer hinter den Kulissen mitgewirkt. "Jetzt muss ich nach vorne", sagt die 41-Jährige. Aber Stücke schreiben, das könne sie nicht. "Das fällt aus."

Komödien sind ein Dauerbrenner Ein großes Problem sei das aber nicht. Die Komödien im Theater Thespis sind ein Dauerbrenner. "Noch kommen die Zuschauer", weiß Eva Knierim. Und zwei Joker hat sie noch im Ärmel: Ihr Mann hat vor seinem Tod eine Inszenierung geschrieben, die im kommenden Jahr Premiere feiern soll. Darin geht es um ein Hartz-IV-Ehepaar, das eine Partei gründet, was fatale Folgen hat.

Auch Silke Dutz, Ensemblemitglied der ersten Stunde, hat für das Theater Thespis ein Stück geschrieben, das bald zur Aufführung kommen soll. Darin kommt eine Alten-WG aus Opernsänger, Zauberkünstler und Schauspieler in Kontakt mit Haschplätzchen.

Außerdem soll der Kabarett- und Comedybereich ausgebaut werden. Eva Knierim setzt dabei mehr auf Gastspiele. "Uns geht die Puste nicht so schnell aus."

Carsten Höfer kommt am 22. Januar mit seinem Programm "Frauenversteher" nach Linden. Eva Knierim weiß: "Er kommt aus Nostalgiegründen, Geld kann man hier nicht verdienen."