Evangelische Kirche verliert bis 2030 viel Geld

Herbstsynode

WITTEN Im nächsten Jahr wirkt sich der Kirchensteuerrückgang für den Evangelischen Kirchenkreis Hattingen/Witten noch nicht dramatisch aus, doch danach wird es schwierig.

30.11.2009, 06:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Superintendent Ingo Neserke

Superintendent Ingo Neserke

"Bis 2030 wird die Kirche nach landeskirchlichen Prognosen sogar die Hälfte ihrer Finanzkraft verlieren", erklärte Jutta Nowicki, Verwaltungsleiterin des Kirchenkreises Hattingen Witten, am Samstag auf der Herbstsynode in Hattingen.

Der Kirchenkreis erhält im Jahr 2010 rund 6 942 469 Euro Kirchensteuerzuweisung. Das sind nur rund 21 000 Euro weniger als im letzten Jahr. "Wir sind in einer Rezession, aber die Kirchensteuer - bezogen auf das erste Halbjahr 2009 - ist nicht in dem Maße ausgeblieben, wie alle das erwartet hatten", präzisierte die Verwaltungsexpertin. Erst seit September gehe die Kirchensteuerentwicklung mit monatlich gut 5,5% gegenüber jeweils 2% in den Vormonaten deutlicher zurück. Für 2010 erwarte die Landeskirche einen weiteren Rückgang von 12,6%. Dieser erkläre sich nicht nur aus der "Finanzkrise": "Im Ev. Kirchenkreis Hattingen-Witten nimmt die Gemeindegliederzahl jährlich durchschnittlich um rund 1,2% ab", so Nowicki.

Darüber hinaus müssen die Steigerungen der Personal- und Sachkosten, die Inflation, mögliche Veränderungen im Steuersystem und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung berücksichtigt werden. Das erkläre, warum die Kirche 2030 voraussichtlich die Hälfte ihrer Finanzkraft verliert.  "Der Kirchenkreis wird sich im nächsten Jahr mit der Planung bis 2020 beschäftigen", stellte Superintendent Ingo Neserke in Aussicht. Die Arbeit vor Ort soll dabei intensiviert werden. Gleichzeitig ist die Suche nach Kooperationsmöglichkeiten das Gebot der Stunde.