Evonik gibt Stadtwerken den Zuschlag

Steag-Deal

Evonik hat sich gestern für das Stadtwerke-Konsortium entschieden. Sie sollen den Zuschlag für die Evontik-Energiesparte (ehemals Steag) bekommen. Doch werden die Stadtwerke kaufen?

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 13.12.2010, 18:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Herzlichen Glückwunsch: Sie kaufen gerade einen Atom-U-Boot-Hafen. Er liegt in Russland, nahe der Stadt Murmansk. Die Abwicklung der alten Atom-U-Boote ist eines der Geschäftsfelder der Evonik-Tochter Steag.

Herzlichen Glückwunsch: Sie kaufen gerade einen Atom-U-Boot-Hafen. Er liegt in Russland, nahe der Stadt Murmansk. Die Abwicklung der alten Atom-U-Boote ist eines der Geschäftsfelder der Evonik-Tochter Steag.

Die CDU hält einen Beschluss für kaum realisierbar. Der Grund: Evonik verkauft nur mit einer Put-Option. Damit sind die Stadtwerke verpflichtet, neben den geplanten 51 Prozent der Energiesparte zu einem späteren Zeitpunkt auch den Rest zu kaufen. „Wir reden plötzlich über das Gesamtpaket“, sagt CDU-Fraktionschef Klaus Franz. „Dies sieht die Beschlussvorlage aber nicht vor.“ Zudem sind für ihn viele Fragen ungeklärt. Zum Beispiel, wie das Konsortium mit unterschiedlichen Beschlussfassungen in den sechs beteiligten Kommunen umgeht. Die Stadtwerke sehen da derzeit keinen Handlungsbedarf. Es gebe noch gar keine unterschiedlichen Beschlüsse. Doch diese Rechnung haben sie ohne die Grünen gemacht. Die nämlich stören sich an der Atomsparte des Konzerns. U-Boote in Russland, Beteiligung am Zwischenlager Ahaus – das hatten die Grünen nicht auf ihrer Einkaufsliste.

Gegenüber den Ruhr Nachrichten betonte Fraktionschef Wolfgang Cordes nochmals, dass dies mit den Grünen nicht zu machen sei. „Wir wollen, dass vor dem Eigentumsübergang verankert ist, dass der Nuklearbereich verkauft wird“, sagt er. „Das sehe ich derzeit nicht.“ Eine schwammige Willensbekundung gegen Nuklearenergie bei den Stadtwerken – wie in Essen und Duisburg im Ratsbeschluss formuliert – reichen ihm nicht: „Wir werden einen Änderungsantrag einbringen.“ Sollte am Donnerstag tatsächlich über den Kauf entschieden werden, können die Grünen zum Zünglein an der Waage werden. Zumindest wenn die CDU sich geschlossen hinter ihren kritischen Fraktionschef stellt. Cordes lässt sich davon nicht unter Druck setzen: „Auch wenn es auf uns ankommt: Wir stehen zu dem, was wir gesagt haben.“