Ex-Banker und Komplizen sollen Kundendaten ausgenutzt haben

Betrug mit System

Ein Ex-Banker und sechs mutmaßliche Komplizen müssen sich seit Dienstag wegen einer Reihe von Überweisungsbetrügereien vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Der frühere Angestellte eines großen Finanzinstituts soll Datensätze von Kunden an die mitangeklagten Männer und Frauen weitergeleitet haben.

BOCHUM

von Von Tom Eder

, 07.05.2013, 18:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ex-Banker und Komplizen sollen Kundendaten ausgenutzt haben

Laut Anklage soll ihnen der Bochumer Banker (25) 150 Datensätze zugespielt haben. Diese umfassten Namen und Kontonummern von Kunden. Damit sollen die beiden Männer Überweisungsträger ausgefüllt und als Ziel die Konten der weiteren vier Angeklagten angegeben haben. Diese sollen das Geld nach Eingang sofort abgehoben haben. Dann sei durch drei geteilt worden, so die Staatsanwaltschaft: ein Teil für den Banker, ein Teil für die mutmaßlichen Drahtzieher und ein Teil für den jeweiligen Kontoinhaber. So einfach das System war, so klar ist aber auch, dass es auffliegen musste. Jede Überweisung lässt sich schließlich nachvollziehen. Und am Ende wurde auch der Bankangestellte geschnappt.

 Zum Prozessbeginn haben fünf der sieben Angeklagten ein Geständnis angekündigt. Die zwei weiteren wollen sich erst noch mit ihrem Verteidiger beraten. Sie waren es auch, die den Beginn der Verhandlung um zweieinhalb Stunden verzögerten. Sie erschienen erst nach der Drohung des Vorsitzenden Richters, einen Haftbefehl zu erlassen.