Ex-Intendant Steckel kritisiert Ackermann-Auftritt im Schauspielhaus

"Herausforderung Zukunft"

Zwei Mal im Jahr sprechen auf der Bochumer Konferenz „Herausforderung Zukunft“ Persönlichkeiten über aktuelle Themen. Von Politikern bis hin zum Dalai Lama waren schon viele dabei. Der nächste Termin im September löst allerdings Protest aus - beim ehemaligen Schauspielhausintendanten Frank-Patrick Steckel.

BOCHUM

von Von Angela Wiese

, 23.07.2011, 09:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der ehemalige Intendant des Bochumer Schauspielhauses Frank-Patrick Steckel.

Der ehemalige Intendant des Bochumer Schauspielhauses Frank-Patrick Steckel.

Nicht die erste Kritik

Bereits 2007 kritisierte Frank-Patrick Steckel einen Auftritt im Schauspielhaus. Damals trat Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert gemeinsam mit dem damaligen Triennale-Chef Jürgen Flimm in den Kammerspielen mit der Lesung „‘s leider Krieg...“ auf. Auf den Bühnen eines Schauspielhauses sei kein Platz für die „Heuchelei von Berufspolitikern und Kunstfunktionären“, so Steckel 2007. Der damalige Intendant Elmar Goerden aber weigerte sich, den Auftritt abzusetzen. 

In einem Brief an das Ensemble des Schauspielhauses bittet Steckel dieses, „mit einem klaren Votum gegen diesen Auftritt zu protestieren“. Stoiber und Ackermann seien „hervorragende Vertreter der globalen Menschenverachtung“. Das Theater aber sei als Kunstform dem Menschen verpflichtet. Es müsse sich gegen alle Verhältnisse stemmen, die von der Verachtung des Menschen geprägt seien. Soweit die Meinung des ehemaligen Intendanten. In einer Stellungnahme äußern sich der aktuelle Intendant Anselm Weber und Dramaturg Thomas Laue. Darin heißt es, es gebe keinen Grund, Josef Ackermann von seiner Rede abzuhalten. „Im Sinne eines pluralistischen offenen Diskurses, durch den die Bühnen der Stadt zum Zentrum einer kritischen, öffentlichen Debatte über unser Zusammenleben in Zukunft werden, ist ein jeder eingeladen, sich den Herausforderungen und Fragen zu stellen“, so Laue und Weber. Beide stellen außerdem klar, dass nicht die Leitung des Schauspielhauses zum Termin geladen hat.

Veranstalter ist Sascha Hellen mit seiner Hellen Medien Projekte GmbH. Herausforderung Zukunft steht unter anderem unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz. An beide schrieb Steckel auch einen kritischen Brief. „Ich habe das zur Kenntnis genommen“, sagt Hellen. Allerdings sei er irritiert über die Argumentation, habe doch das Schauspielhaus auch in der Vergangenheit bereits eine Bühne für streitbare Personen geboten. Es sei eine Plattform des Dialogs. Auch Ottilie Scholz hat den Brief gelesen, bestätigt das Presseamt. Geäußert hat sie sich nicht. In dem Brief schreibt Steckel, dass er in der Anberaumung des Termins im Schauspielhaus eine Provokation sieht. 

Nicht die erste Kritik

Bereits 2007 kritisierte Frank-Patrick Steckel einen Auftritt im Schauspielhaus. Damals trat Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert gemeinsam mit dem damaligen Triennale-Chef Jürgen Flimm in den Kammerspielen mit der Lesung „‘s leider Krieg...“ auf. Auf den Bühnen eines Schauspielhauses sei kein Platz für die „Heuchelei von Berufspolitikern und Kunstfunktionären“, so Steckel 2007. Der damalige Intendant Elmar Goerden aber weigerte sich, den Auftritt abzusetzen.