Expertin erklärt: Das kleine Einmaleins des Immunsystems

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Anette Greve unterrichtet am Berufskolleg Borken Gesundheitswissenschaften. Sie erklärt wichtige Begriffe, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus oft benutzt werden.

von Markus Schönherr

Borken

, 04.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kaum ein Gespräch und kaum eine Talkshow kommen aktuell ohne Begriffe aus der Medizin aus. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist von Antikörpern und Antigenen die Rede, von Inkubationszeit und Immunität. Was diese Begriffe bedeuten, erklärt Anette Greve, die am Berufskolleg Borken Gesundheitswissenschaften unterrichtet, so einfach wie möglich.

Antigen:

„Antigene sind körperfremde Eiweißstoffe oder Krankheitserreger, die meist von außen in den Körper eindringen“, erklärt Anette Greve. Dabei kann es sich um ganz unterschiedliche Stoffe handeln. Parasiten, Pollen und Bakterien können zum Beispiel Antigene sein. Und eben auch Viren, wie das neuartige Coronavirus mit dem Namen SARSCoV-2. Wenn von „Covid 19“ die Rede ist, dann ist übrigens nicht das Virus gemeint, sondern die Krankheit, die es auslöst.

Antikörper:

Gegen die eingedrungenen Antigene reagiert unser Körper, besser gesagt unser Immunsystem und bildet unter anderem Antikörper. Die Antikörper binden sich an die Antigene und bekämpfen diese potenziellen Krankheisterreger. „Antigen und Antikörper passen wie ein Schlüssel zum Schloss.

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Ein intaktes Immunsystem setzt sich oft in aller Stille damit auseinander“, sagt Anette Greve. „Problematisch wird es, wenn sich der Körper gerade mit etwas anderem beschäftigt“, so Greve, „das ist der Fall, wenn weitere Krankheiten vorliegen, vor allem chronische Erkrankungen oder wenn das Immunsystem geschwächt ist.“

Immunität:

Immun gegen einen bestimmten Erreger ist der Mensch, wenn der Körper die eindringenden Antigene erfolgreich beseitigen konnte. Dabei können die sogenannten Gedächtniszellen helfen. „Wenn eine Erkrankung erfolgreich durchlebt wurde, bildet der Körper Gedächtniszellen“, erklärt Anette Greve.

Diese Zellen erinnern sich an das jeweilige Antigen und sorgen für eine schnelle Bekämpfung, sollte dieses Antigen noch einmal in den Körper eindringen. Wie lange die Gedächtniszellen im Blut vorhanden sind, ist von Erreger zu Erreger unterschiedlich. Als das Coronavirus aufkam, hatte noch kaum ein Mensch Gedächtniszellen dagegen, weil es sich um ein neuartiges Virus handelt.

Impfung:

„Bei einer aktiven Impfung werden Antigene in abgeschwächter Form verabreicht, gegen die der Mensch Antikörper bildet“, erklärt Anette Greve. Dabei kann es ein paar Tage dauern, bis der Mensch immun gegen den Erreger ist. Schneller geht es mit einer passiven Impfung, wo dem Körper direkt körperfremde Antikörper verabreicht werden und die Immunität sofort besteht. An diesen Möglichkeiten einer Impfung für Covid 19 forschen momentan die Wissenschaftler und Mediziner.

Inkubationszeit:

Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der Symptome nennt man Inkubationszeit. Bei der Corona-Erkrankung kann sie laut Robert-Koch-Institut zwischen einem und 14 Tagen dauern. Die durchschnittliche Inkubationszeit liegt bei fünf bis sechs Tagen.

Das ist ein gefährlicher Ansteckungszeitraum, betont Anette Greve, „weil man in dieser Zeit mit dem Erreger herumläuft, ohne es zu wissen“.

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