Exzenterturm muss Gericht überzeugen

MITTE Der Exzenterturm ist politisch gewollt. Ob der 65 Meter hohe Büro-Riese aber tatsächlich auf den Bunker an der Uni-Straße gesetzt wird, darüber werden wohl die Richter entscheiden.

von von Joachim Stöwer

, 06.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Exzenterturm muss Gericht überzeugen

Auf den Hochbunker an der Universitätsstraße soll der 65 Meter hohe Exzenterturm aufgesetzt werden.

"Man kann davon ausgehen, dass die Verwaltungsgerichte sich mit diesem nicht einfachen Bebauungsplan beschäftigen werden", machte Ausschussvorsitzender Heinz Hossiep im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr deutlich. Der stimmte mit großer Mehrheit (SPD, CDU, Grüne) für die Planung. Gegenstimmen gab es nur von FDP und UWG.

Langer Schatten

Ausschlaggebend für das Pro war die städtebauliche Prägnanz des Objektes, die in der Abwägung mit den Interessen der protestierenden Anwohner den Ausschlag gab. Die blieben allerdings nicht unerwähnt - "wir wissen, dass wir damit vielen Anwohnern weh tun", räumte Martina Schmück-Glock (SPD) ein. Das sieht z.B. so aus, dass einige von ihnen im März statt sechs nur noch zwei Stunden Sonnenschein haben werden. Der Riese wirft einen langen Schatten; den hat die Verwaltung in Simulationen dargestellt.

Stadtbaurat Kratzsch sieht die Einschränkung der Lebensqualität allerdings als nicht so gravierend an; schließlich seien die Häuser ja nicht im Außenbereich, sondern an einer Hauptverkehrsstraße errichtet worden. Da müsse man schon mit Einschränkungen rechnen. Mit anderen Worten: In Stiepel hätte das Projekt natürlich keine Chance gehabt.

"Eine Zumutung"

Ob es aber vor Gericht eine Chance hat? Kratzsch ist sicher, dass die Verwaltung eine "prozessfähige Abwägung getroffen hat." Auch was die erhebliche Unterschreitung der Abstandsflächen betrifft. Schmück-Glock sieht es aber so: "Wir haben ja einen Stadtbaurat gewählt und keinen Stadtpropheten."

Klar ist allerdings, dass der Investor, der - wie man hört - schon einen sechsstelligen Betrag für die Planung aufgewendet hat, wohl nicht mit dem Bau beginnen wird, bis die Rechtslage nach der Klage von anliegenden Hausbesitzern geklärt ist. Und das kann dauern.

Es geht aber nicht nur um Rechts-, sondern auch um Geschmacksfragen. Felix Haltt von der FDP sieht in dem Turm eher eine "Zumutung für das Stadtbild". stö