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Facebook-Seite spottet erfolgreich über die RUB

Mehr als 12.000 Fans

Es geht um kaputte Toilettendeckel oder dreist geparkte Autos vor dem Hörsaal: Auf der Facebook-Seite „Verspottet: Ruhr Universität Bochum“ beklagen Studenten die Zustände an der Hochschule. Ganz ernst gemeint ist das nicht. Aber die Idee kommt an: Inzwischen haben mehr als 12.000 Nutzer auf "Gefällt mir" geklickt.

BOCHUM

, 05.01.2015

2013 wurden auf Facebook viele sogenannte „Spotted“-Seiten gegründet, auf denen kleine Liebesbotschaften an Unbekannte, die man an bestimmten Orten gesehen hatte, überbracht werden konnten. Aber Fabian Adamczewski hatte keinen Bock auf anonyme Liebesbotschaften. Er hatte Bock auf Spott.  „Ich fand diese Seiten ziemlich albern und dachte, dass man daraus Verspottet machen könnte“, sagt der 24-Jährige, der an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) seinen Master of Education in Englisch und Sozialwissenschaften macht.

Adamczewski hat daraufhin im Januar 2013 die Seite „Verspottet: Ruhr Universität Bochum“ mit seinem Smartphone gegründet, während er in einer Vorlesung saß. „Eine Stunde, nachdem die Seite gegründet wurde, hatte sie bereits 30 Likes, obwohl ich noch gar nichts gepostet hatte.“ Mittlerweile gefällt „Verspottet: Ruhr Universität Bochum“ mehr als 12.000 Facebook-Nutzern, Sat1 hat über die Seite und Adamczewski berichtet, auch an anderen Universitäten gibt es Verspottet-Seiten. Neben Fotos reichen die Facebook-Nutzer und Fans der Bochumer Seite Videos oder Texte – mittlerweile sind es nach Angaben von Adamczewski rund 15 pro Tag – von Erlebnissen an der RUB ein, die in der Gruppe anonym veröffentlicht werden – und die fast alle humorvoll kommentiert werden.

Auf der Seite wird etwa ein Foto von einem Karo-Buben, der an der Decke eines Hörsaals klebt, gepostet. Die Studenten spekulieren und spotten in den Kommentaren, wie die Karte dort hingekommen sein könnte. Oder es wird jeden Monat der Goldene Umberto des Einparkens verliehen, angelehnt an die Spaß-Auszeichnung der Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf in ihrer TV-Show "Circus Halligalli": im Dezember an den Fahrer eines silbernen Mercedes, der vor einem Uni-Gebäude mit den Vorderrädern zwar noch in der Parklücke, mit dem Rest des Wagens aber in einem Kiesbett stand. „Passt noch ein Smart vor. Perfekte Ausnutzung des knappen Parkraums“, lautet ein Kommentar unter dem Foto.Bei „Verspottet: Ruhr Universität Bochum“ geht es ums Amüsieren und um den Spaß und den Austausch der RUB-Studenten untereinander. „Der Sinn dieser Seite ist es nicht, die RUB in ein schlechtes Licht zu rücken“ sagt Adamczewski. Denn eigentlich lieben sie die Uni, schreibt der Student in der Info zur Facebook-Seite. Er studiere gerne an der Uni aus Beton mit dem 70er-Jahre-Charme. Die RUB passe einfach ins Ruhrgebiet, sagt Adamczewski. „Dort sind Äußerlichkeiten ja zweitrangig.“

Adamczewski ist es wichtig, klarzustellen, dass „Verspottet: Ruhr Universität Bochum“ keine offizielle Seite der RUB ist. Das alles solle ausschließlich ironisch verstanden werden – so wie der Untertitel der Seite. „Guter Zweck“, steht da bei Facebook geschrieben. Einen guten Zweck hat die Seite tatsächlich. „Auch wir schauen regelmäßig, was dort passiert“, sagt eine Sprecherin der RUB. Die Seite sei für die Verwaltung sogar hilfreich, weil man so eine andere Sichtweise auf die Uni und eine ungefilterte Meinung bekomme. „Man sieht auch, was die Studierenden beschäftigt. Wir leiten das an die entsprechenden Stellen weiter“, sagt die Uni-Sprecherin. „Und natürlich ist das alles auch amüsant.“  

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