Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert wird erneuert

Hertastraße 6

Erfrischungskur nach fast 200 Jahren: Ein altes Fachwerkhaus im Lütkendortmunder Zentrum erhält eine schönere Fassade sowie ein neues Dach. Hinter den Plänen steckt ein 88-jähriger Bildhauer.

LÜTGENDORTMUND

, 02.08.2017, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Gerüst steht rund ums Fachwerkhaus an der Hertastraße – das Gebäude bekommt ein neues Dach.

Ein Gerüst steht rund ums Fachwerkhaus an der Hertastraße – das Gebäude bekommt ein neues Dach.

Nein, verschwinden wird es nicht, auch wenn die Baugerüste anderes vermuten lassen könnten. Das alte Fachwerkhaus an der Hertastraße im Zentrum von Lütgendortmund wird nur etwas aufgefrischt und bekommt unter anderem ein neues Dach.

Erfrischungskur für Fachwerkfassade und das Dach

198 Jahre hat das Gebäude mittlerweile auf dem Buckel. Als es am 28. Mai 1819 errichtet wurde, gehörte Lütgendortmund noch lange nicht zu Dortmund. Und dort, wo heute mehr als 20 000 Menschen leben, wohnten damals ein paar hundert Leute. Und mit den Jahren zeigt so ein Haus die eine oder andere Alterserscheinung. An der einen Stelle ist die Fassade nicht mehr so schön, wie sie eigentlich sein sollte, an der anderen Stelle ist es das Dach, das eine Erfrischungskur nötig haben könnte. 

Familie Nöker kaufte das einstige Bauernhaus in den 1940er Jahren

Dieses Haus an der Hertastraße mit der Nummer 6 gehört Theodor Nöker, Jahrgang 1929. In den 40er-Jahren hatten seine Eltern das einstige Bauernhaus und das Grundstück inklusive Stallanlage gekauft. „Für eine Weile haben wir auch selbst darin gewohnt“, sagt er. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten wechselten die Bewohner, zuletzt wohnte hier niemand mehr, ein Büro ist hier allerdings eingerichtet und wird benutzt. 

Vor einigen Wochen nun kamen die Handwerker, setzten ein Gerüst ums Haus, Zäune davor, sägten und hämmerten und nahmen das Dach ab. „Die Arbeiten ziehen sich noch ein bisschen hin“, sagt Bildhauer Theodor Nöker. „Die Fachwerkfassade wird bleiben“, nur die Südseite werde etwas anders gestaltet – „aber unerheblich“. Wann genau das Haus fertig sein wird, steht noch nicht fest. 

„Brauchbare Hütte“ 

Fest steht, dass in zwei Jahren der 200. Geburtstag vom Haus an der Hertastraße ist, bis dahin werden die Baugerüste sicherlich wieder verschwunden sein. Nach Möglichkeit soll direkt unter dem Dach auch eine weitere Wohnebene entstehen. „Das ist eine brauchbare Hütte“, sagt Nöker mit einem Lachen.

Brauchbar ist diese Hütte, obwohl sie nun 198 Jahre auf dem Buckel hat. Nach der Erfrischungskur wird man die eine oder andere Falte aber wohl nicht mehr erkennen.

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