Fall Markus R.: Streit um Vaterschaft als Motiv

Mord oder Totschlag

Ein Käsemesser sowie weitere blutverschmierte Gegenstände belasten im Mordfall Markus R. die tatverdächtige 31-jährige Freundin des Opfers stark. Weil sie jedoch bislang weitgehend von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht, gestaltet sich die Aufklärung des spektakulären Falls als sehr schwierig.

BOCHUM

von Von Thomas Aschwer

, 08.09.2011, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die tatverdächtige 31-jährige Frau ist nach Auskunft von Polizei und Staatsanwaltschaft seit 2008 mit einem Arzt verheiratet. Der 41-jährige wusste, so der derzeitige Ermittlungsstand, nichts von dem Verhältnis seiner Frau mit Markus R. - obwohl sich die Frau und Markus R. im Bekanntenkreis frei als Paar bewegt haben. Wie lange der Kontakt zwischen Markus R. und der Tatverdächtigen bereits bestand, konnte noch nicht ermittelt werden.

Wie die Obduktion ergab, ist der 36-jährige Markus R. an zwei Stichen in den Herzbeutel gestorben. Insgesamt wurde jedoch viel häufiger auf ihn eingestochen – auch in den Rücken. Was sich genau in der Nacht zu Samstag und in den Morgenstunden des Tages in der Wohnung des Opfers abgespielt hat, kann die Polizei derzeit auch aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Hintergrund des Dramas ist offenbar die ungeklärte Vaterschaft des neugeborenen Kindes der Verdächtigen. Die Frage sei gewesen, wer Vater des gerade einmal einen Monat alten Kindes sei. Die Beamten wissen mittlerweile, das sich das Opfer seit längerem intensiv mit dem Thema beschäftigte. Er habe zu einer Vaterschaft stehen wollen und die Freundin seit längerem gedrängt, das Gespräch mit ihrem Mann zu führen. Wer nun der Vater ist, können die Beamten nicht sagen. Eine Antwort könnten vielleicht Telefon und Laptop des Opfers geben. Beide Geräte sind allerdings spurlos verschwunden. Ebenso ist völlig ungeklärt, ob es sich bei dem Feuer um eine fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung handelt. Der Mann der Tatverdächtigen ist im Zuge der Ermittlungen nicht vorläufig festgenommen worden. Das Verfahren gegen ihn werde voraussichtlich in Kürze eingestellt. Wegen Totschlags hat eine Richterin hingegen einen Haftbefehl gegen die Frau erlassen.

Die tatverdächtige 31-jährige Frau ist nach Auskunft von Polizei und Staatsanwaltschaft seit 2008 mit einem Arzt verheiratet. Der 41-jährige wusste, so der derzeitige Ermittlungsstand, nichts von dem Verhältnis seiner Frau mit Markus R. - obwohl sich die Frau und Markus R. im Bekanntenkreis frei als Paar bewegt haben. Wie lange der Kontakt zwischen Markus R. und der Tatverdächtigen bereits bestand, konnte noch nicht ermittelt werden.