Falsche Angaben: Ex-Anwältin im Gericht verhaftet

Betrugsvorwürfe

Tiefer kann es für eine Ex-Anwältin wohl kaum noch gehen. Erst wurde sie wegen Betrugs und Steuerhinterziehung angeklagt, verlor ihre Zulassung. Jetzt wurde die 41-Jährige auch noch verhaftet - und zwar während ihres eigenen Prozesses.

BOCHUM

13.03.2017, 14:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es war der zehnte Verhandlungstag. Die Ex-Anwältin hatte wahrscheinlich schon eine Vorahnung. Als sie am Montagmorgen ihren Platz auf der Anklagebank einnahm, waren erstmals auch Wachtmeister im Saal. Nur wenige Minuten später haben sich ihre Befürchtungen tatsächlich bewahrheitet. Die 41-Jährige wurde verhaftet und durfte den Gerichtssaal ab sofort nicht mehr verlassen.

Der Grund: Die Angeklagte hat die Richter über ihren Wohn- und Aufenthaltsort getäuscht. Das hatte sich in der vergangenen Woche herausgestellt. Die Richter hatten die Wohnung der Ex-Anwältin durchsuchen lassen – doch der „Ausflug“ der Fahnder ins sauerländische Balve wurde zum Flopp. Dort wohnte nämlich nur die Mutter der Angeklagten.

Angeklagter droht Haftstrafe

Wo sich die 41-Jährige tatsächlich aufhält, ist unbekannt. Nachforschungen bei verschiedenen Einwohnermeldeämtern hatten unter anderem nach Lünen und Waltrop geführt, aber auch nach Großbritannien und in die Schweiz.

Die Angeklagte selbst hatte im Prozess keine Angaben zu ihren persönlichen Verhältnissen gemacht. Genausowenig wie ihr mitangeklagter Onkel. Den beiden Angeklagten wird Betrug und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Dabei geht es vor allem um angeblich betrügerisch abgerechnete Reha-Leistungen in verschiedenen Physiotherapie-Einrichtungen – unter anderem in Waltrop.

Nach vorläufiger Einschätzung der Richter droht zumindest der 41-Jährigen im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe ohne Bewährung.

Schlagworte: