Familie und Freunde trauern um getöteten Steven

Beisetzung

Es war eine stille und intensive Trauerfeier: Der im Juli in einer Wohnung in der Kielstraße getötete Steven (28) ist am Freitag auf dem evangelischen Friedhof in Berghofen in einer Gruft der Familie beigesetzt worden. Die Pfarrerin verlas dabei einen Abschiedsbrief von Stevens Mutter an ihren Sohn.

BERGHOFEN

, 12.08.2016, 16:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Familie und Freunde trauern um getöteten Steven

Dies ist eins der letzten Fotos, die Steven zeigen: Der 28-Jährige sitzt hier hinter dem Haus seiner Mutter in Lichtendorf, wo er zwei Tage vor seinem Tod noch bei der Gartenarbeit geholfen hatte.

Angehörige und Freunde Stevens, auch aus der Nordstadt, nahmen an der Trauerfeier und am Begräbnis teil. In der Trauerhalle zeigte die Familie einen Videofilm mit Fotos aus dem Leben des jungen Mannes. Die Bilder zeigten einen lachenden kleinen Jungen aus Kindheitstagen und einen mal geselligen, mal nachdenklich wirkenden 28-Jährigen, der in seinem jungen Leben viele Hürden nehmen musste.

Er war zwölf Jahre alt, als sein Vater starb – der Tod des Vaters belastete Steven bis zuletzt. David Correys Titel „One More Chance“ (Noch eine Chance) begleitete den Videofilm. Animierte Herzchen und Schmetterlinge schwebten über die Bilder – sie waren digitalisierte Ausdrucksform der Trauer junger Menschen.

Ein Abschiedsbrief

Als die evangelische Pfarrerin dann den Abschiedsbrief von Stevens Mutter Steffi Gerlach verlas, erhielten der Schmerz der Familie und das Leid, das die Angehörigen und guten Freunde seit dem gewaltsamem Tod ertragen müssen, eine würdige Sprache.

Steffi Gerlach gab in dem kurzen Brief eine Liebeserklärung an ihren Sohn ab, für den sie 28 Jahre nach der Geburt dessen Begräbnis mitorganisieren musste. Sie begann mit „Mein Kind, mein lieber Steven, heute ist der schwierigste Tag in meinem Leben“ –  selbst hätte sie die Worte nicht aussprechen können. Die evangelische Pfarrerin fand den richtigen Ton.

Dank für Unterstützung

Steffi Gerlachs Lebensgefährte Heiko Kempner dankte am Freitag im Namen der Familie den vielen Freunden auch aus Stevens Sandkasten-Zeit, die der Mutter Unterstützung angeboten hatten. In diesem besonderen Trauerfall waren es auch der Bestatter Gößmann aus Holzwickede und die Berghofer Gärtnerei Scholz, die der Familie unangenehme Aufgaben abgenommen haben. Der Mann, der Steven getötet haben soll, sitzt derweil in Untersuchungshaft.