Familienvater (53) soll seine Tochter hundertfach missbraucht haben

rnGerichtsprozess

Ein Familienvater (53) aus Borken soll sich in 132 Fällen an seiner eigenen Tochter vergangen haben. Jetzt muss sich der Mann vor dem Landgericht Borken verantworten. Die Taten bestreitet er.

von Horst Andresen

Borken

, 28.08.2020, 11:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft zufolge hat der Beschuldigte an dem Mädchen, das zur Tatzeit zwischen neun und zwölf Jahre alt war, sexuelle Handlungen vorgenommen – bis zum Beischlaf. Darum wirft die Anklage dem 53-jährigen Familienvater sexuellen Missbrauch von Kindern vor. Der Mann muss sich vor dem Landgericht am Amtsgericht Bocholt verantworten.

Offenbar geschahen die Taten zwischenzeitlich „fast täglich“, laut Anklage 132 Mal. Außerdem soll er später bei einer Auseinandersetzung in der Wohnung seine Frau, die inzwischen von ihm in Scheidung lebt, beleidigt und bedroht haben. Laut Staatsanwaltschaft hat er mit einer Hand ihre Kehle gewürgt. Dadurch habe sie mehrere Sekunden lang keine Luft bekommen, heißt es.

Brief des Mädchen brachte Ermittlungen ins Rollen

Augenscheinlich brachte ein Brief des Mädchens die Ermittlungen gegen ihren Vater Ende vergangenen Jahres ins Rollen. So spekulierte der Angeklagte in einer Erklärung. Er habe seine Tochter geliebt, aber nicht körperlich, sondern wie in einem Vater-Tochter-Verhältnis: „Wir waren ein Herz und eine Seele. Doch ich habe sie nie missbraucht.“

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Er habe schwere Zeiten – auch in gesundheitlicher Hinsicht – durchmachen müssen, um das gemeinsame Haus in Borken und die Familie unterhalten zu können.

Der 53-Jährige wurde am 27. Januar festgenommen

Der 53-Jährige vermutete, dass seine Frau für den Brief der Tochter verantwortlich sei. Als die Borkenerin ihn mit dem Schreiben konfrontiert habe, habe sie den sofortigen Auszug aus dem gemeinsamen Haus verlangt. Später habe er auf Anraten seines Anwalts Selbstanzeige gestellt.

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Seine Festnahme erfolgte am 27. Januar. Später wurde der Borkener wieder aus der Untersuchungshaft entlassen, weil offenbar keine Fluchtgefahr bestand.

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Die Tochter, nicht das einzige Kind des Angeklagten, will das Gericht in der kommenden Woche anhören. Auf Antrag der Verteidigung sollen weitere Prozesstage angesetzt werden.

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