Fazil Say ganz schön feurig

Konzerthaus Dortmund

Ein Jahr hat Pianist Fazil Say nicht mehr im Konzerthaus Dortmund gespielt. Am Dienstag kam er zurück in den Saal, den er im März 2010 mit der fulminanten Uraufführung seiner Istanbul-Sinfonie verlassen hat.Dass das Publikum den 42-Jährigen stehend mit Ovationen feierte, zeigt, wie spannend Says Klavierabende sind und wie sehr sein Publikum ihn vermisst hat.

DORTMUND

von Von Julia Gaß

, 01.02.2012, 16:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fazil Say spielte im Konzerthaus Dortmund.

Fazil Say spielte im Konzerthaus Dortmund.

Farbiger ist Says Fassung von den Tanzsätzen, und dem 42-Jährige war es auch in den anderen Werken wichtig, Klangfarben und -effekte darzustellen. In den Haydn-Variationen waren es kleine, zierliche Melodien, die er am Schluss federleicht wegfliegen ließ. In den "Enchiridion" von Zimmermann Mikrokosmen von Tönen, Motiven und Rhythmen, die er in diesen Studien immer wieder neu schattierte. Am Schluss, in einer Bearbeitung von Gershwins "Summertime", erlebte das Publikum den Grenzgänger Fazil Say, der romantischen Melodien mit Temperament durchrockt. Eigenwillig, aber spannend.

Fazil Say forderte den Flügel schon in Janaceks Sonate über den Tod eines tschechischen Studenten bei einer Demonstration. Extreme breitete er da effektvoll aus - vom zarten Lamento bis zum aufwühlenden Akkord-Feuer. Das Rhythmische liegt Say so gut wie wenigen anderen Pianisten. Prokofiews mittlere der drei Kriegssonaten machte er in der Toccata zum diabolischen Hexenritt. Das muss man erst mal so spielen können und sich dann noch trauen, Strawinskys "Petruschka" noch rasanter zu bearbeiten als Rubinstein und dann so feurig und bravourös zu spielen.

Farbiger ist Says Fassung von den Tanzsätzen, und dem 42-Jährige war es auch in den anderen Werken wichtig, Klangfarben und -effekte darzustellen. In den Haydn-Variationen waren es kleine, zierliche Melodien, die er am Schluss federleicht wegfliegen ließ. In den "Enchiridion" von Zimmermann Mikrokosmen von Tönen, Motiven und Rhythmen, die er in diesen Studien immer wieder neu schattierte. Am Schluss, in einer Bearbeitung von Gershwins "Summertime", erlebte das Publikum den Grenzgänger Fazil Say, der romantischen Melodien mit Temperament durchrockt. Eigenwillig, aber spannend.

 

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