FDP-Ratsfraktion ist kultureller Brandstifter

Protest aus eigener Partei

BOCHUM Protest gegen die Sparvorschläge von Jens Lücking, Fraktionsvorsitzender der FDP, kommt aus der eigenen Partei. Dr. Ute Dreckmann und Dirk Caemmerer distanzieren sich davon: „FDP-Ratsfraktion ist kultureller Brandstifter. Kulturinteressierte können diese Partei so nicht mehr wählen.“

19.08.2009, 10:28 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dreckmann war in den 1980-er Jahren wissenschaftliche Mitarbeiterin am Museum Bochum und kennt die exzellente Sammlung sehr gut. „Ich bin seinerzeit in die FDP eingetreten, weil ich mich stets für die Kultur eingesetzt habe und hierfür in der FDP engagierte Mitstreiter gefunden habe. Wenn die FDP sich jetzt für die Schließung eines weit über die Grenzen Bochums hinaus angesehenen Hauses einsetzt, muss ich ernsthaft darüber nachdenken, ob ich für die anstehende Kommunalwahl für diese Partei noch mein Gesicht zeige und meine Wahlplakate wieder abnehme.“

Auch Dirk Caemmerer, Spitzenkandidat für den Bezirk Wattenscheid und Mitglied der Bezirksvertretung Wattenscheid findet deutliche Worte: „Was die Ratsfraktion da vorhat, ist eine schallende Ohrfeige für die Kultur. Offenbar ist ihr der Unterschied zwischen den Aufgaben eines Museums und denen einer Kunsthalle entgangen. Aufgabe des Museums ist, eine Sammlung aufzubauen und unter anderem auch aus diesen Beständen Ausstellungen zu konzipieren und der Öffentlichkeit zu zeigen. Damit erfüllt das Museum einen wichtigen kulturellen und künstlerischen Bildungsauftrag. Wenn die Fraktion nun unter dem Einfluß wahltaktisch motivierter Sparwut sogar noch nicht einmal Halt vor dem Museum macht, dokumentiert sie kulturpolitische Ahnungslosigkeit und Unsensibilität. In der Tat stellt sich nach meiner Meinung für Kulturinteressierte in Bochum die Frage, ob die FDP wählbar ist.“