Feinstaub bleibt ein Problem – hat aber neue Quellen

40 Jahre Smog-Alarm

Smog wie vor 40 Jahren wird es nicht mehr geben, sagt das Ute Dauert vom Umweltbundesamt, aber...

17.01.2019, 14:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Feinstaub bleibt ein Problem – hat aber neue Quellen

© dpa

Smog wie vor 40 Jahren wird es in Deutschland nicht mehr geben. Da ist sich Ute Dauert, Expertin beim Umweltbundesamt für Luftqualität, sicher. Sie sagt: „Damals waren Schwefeldioxid und Grobstaub das Problem. Durch Filteranlagen, die Rauchgasentschwefelung und Katalysatoren ist die Situation hier viel besser geworden.“

Stickoxide, die heute in der Diskussion stünden und um die es vor allem bei den Diesel-Fahrverboten gehe, hätten seinerzeit noch nicht im Messfokus gestanden. „Da wurden damals Werte von 2000 Mikrogramm Schwefeldioxid pro Kubikmeter gemessen. Heute liegt dieser Wert im Jahresmittel bei 5 bis 6 Mikrogramm je Kubikmeter. Da ist eine Menge passiert“, sagt Ute Dauert.

Das heiße aber nicht, dass jetzt alles gut sei: „Nach wie vor haben wir mit Feinstaub ein Problem.“ Das habe sich beispielsweise zwischen dem 18. Januar und dem 17. Februar 2017 gezeigt. „Da hatten wir eine ausgeprägte Feinstaubperiode, vor allem in Süddeutschland. 100 bis 150 Mikrogramm pro Kubikmeter wurden seinerzeit gemessen. Da gab es bei uns schon Anrufe von Menschen, die sich über Atembeschwerden beklagten.“

Die Grenzwerte sind fast 20 Jahre alt

Auch vor einem Jahr habe es eine austauscharme Wetterlage gegeben. „Vor allem bei niedrigen Temperaturen wird dann besonders viel Energie verbraucht, die Kraftwerke arbeiten stärker und viele Menschen nutzen ihre Kamine als Zweitheizung“, sagt Ute Dauert.

Bei Feinstaub gebe es im Jahresmittel einen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter, zudem dürfe ein Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter maximal an 35 Tagen im Jahr überschritten werden, sagt Ute Dauert. „Aber das sind Grenzwerte, die auch schon fast 20 Jahre alt sind. Heute müsste der Grenzwert in der Jahresmitte eigentlich bei 20 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen.“

Anders als bei Schwefeldioxid und Grobstaub wie früher sehe und rieche man die Emissionen, um die es heute gehe, nicht. „Außerdem muss man wissen, dass heute andere Quellen für Feinstaub in den Vordergrund rücken. So übersteigt heute der Abrieb von Autos aus Reifen und Bremsen die Feinstaubmengen, die aus den Auspuffen kommen“, erläutert Dauert.

Und dann entstünden Feinstaub-Emissionen auch durch sogenannte Sekundärverbindungen wie Ammoniak aus der Landwirtschaft. Ammoniak ist eine gasförmige Verbindung des Stickstoffs, die vor allem in Gülle und Dünger vorkommt. In der Luft reagiert Ammoniak mit anderen Gasen und führt zu Feinstaub. „Auch das ist ein ernstzunehmender Faktor, der zunehmend in den Blick rückt“, sagt Ute Dauert.

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