Ferienregionen in NRW trotzen schlechtem Wetter

Mit Freizeittipps für Familien

In den ersten drei Ferienwochen hat es in Nordrhein-Westfalen viel geregnet – die Urlauber ließen sich davon aber nicht beeindrucken. Sie kamen trotzdem in die NRW-Urlaubsregionen. Büchereien im Land profitieren sogar von den nassen Ferien. Dem schlechten Wetter zum Trotz: Wir zeigen Ihnen, was Familien in den Ferien noch unternehmen können.

NRW

, 07.08.2017, 10:54 Uhr / Lesedauer: 3 min
Ein nasser Sommer – die NRW-Urlauber stört das nicht. Die Urlaubsregionen sind zufrieden.

Ein nasser Sommer – die NRW-Urlauber stört das nicht. Die Urlaubsregionen sind zufrieden.

Trotz des regnerischen Wetters in Nordrhein-Westfalen sind die Ferienregionen zufrieden mit den ersten drei Ferienwochen. Die Unterkünfte waren im Schnitt gut belegt, teilten die Tourismus-Büros in Eifel, Sauerland und Münsterland mit. An Wochenenden oder in Verbindung mit besonderen Veranstaltungen waren sie mancherorts sogar ausgebucht. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist in den ersten Ferienwochen überdurchschnittlich viel Regen heruntergekommen, vor allem im Osten des Landes.

Familien würden aber einen länger geplanten Urlaub nicht einfach wieder absagen, sagte eine Sprecherin von Sauerland-Tourismus. Außerdem gebe es in der Region auch viele Angebote unter schützenden Dächern. In der Eifel hieß es, zum Wandern sei das Wetter doch gar nicht so schlecht gewesen.

Eifel-Region auch bei Radfahrern beliebt

Die Eifel, eine klassische Wander-Region, wird auch mehr von Fahrradfahrern entdeckt. „Wir haben Radfahrer in einem Aufkommen, wie wir es vorher noch nicht hatten“, sagte Barbara Fronhoff von der Touristinformation Monschau am Nationalpark Eifel. Auch auf der anderen Seite des Nationalparks in Kall wurden Pauschalangebote für Radfahrer mit Gepräcktransfer auffallend oft nachgefragt, wie Petra Schumacher von der Nordeifel-Tourismus sagte.

Aber selbst in der klassischen Fahrradregion, dem Münsterland, macht sich eine Neuerung bemerkbar: Kamen bisher größere Rad-Gruppen vor allem im Frühjahr oder Herbst ins Münsterland, fielen sie jetzt auch in den ersten drei Wochen der Sommerferien auf, wie Heidi Feige von der Münsterland Tourismus sagt.

Als touristisches Magnet entpuppen sich auch größere Veranstaltungen: In Münster belebt die Skulturen-Ausstellung den Angaben nach zusätzlich das Geschäft. In Monschau machen sich der Marathon-Lauf und das Festival Monschau Klassik im August bemerkbar.

Schlechtes Wetter treibt Menschen in die Büchereien

Die regnerische Ferienzeit spüren allerdings auch die nordrhein-westfälischen Büchereien. Das Wetter hat die Menschen in NRW in die Büchereien getrieben. Die Stadtbüchereien in Düsseldorf verliehen allein im Juli rund 425.000 Bücher, Filme und Hörspiele. Das seien 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr, sagte eine Sprecherin.

In der Stadtbibliothek Essen wurde vor allem die Online-Ausleihe stärker genutzt. Demnach luden Nutzer im Juli etwa 2300 Bücher und andere Medien mehr herunter als noch 2016. Besonders beliebt seien in der Urlaubszeit Kinderbücher und Unterhaltungsromane. Auch in Köln und Paderborn ist die Entwicklung den Angaben zufolge ähnlich. „Im Regen gehen die Leute eben nicht auf ein Sommerfest, sondern in die Bücherei“, sagte eine Sprecherin der Paderborner Stadtbibliothek. 

Das sind unsere Familientipps für die Ferien in NRW

Noch sind die NRW-Sommerferien längst nicht vorbei. Für Kinder, Jugendliche und ihre Familien gibt's in NRW jede Menge zu entdecken. Und zwar hier:

Zeche Zollverein, Essen: Während der gesamten Sommerferien bieten der Denkmalpfad und das Ruhrmuseum Tagesworkshops an, mit denen sich die Kinder für ein paar Stunden in ferne Welten, alte Zeiten und aufregende Orte versetzen können. Angesprochen sind Interessierte im Alter von 7 bis 12 Jahren, die sich nicht nur für die Geschichte des Bergbaus interessieren, sondern noch ganz anderen Geheimnissen auf die Spur kommen möchten. Kleine Archäologen erfahren zum Beispiel, was es damit auf sich hat, dass sich Haie und Krokodile früher auf dem Gebiet des heutigen Ruhrgebiets die Flossen gegeben haben. Andere begeben sich auf Geschichtsreise und lassen sich spielerisch die Historie der Reformation erklären. Jeder Erlebnistag beginnt um 8 Uhr, Schichtende ist um 16 Uhr. Für die Kosten und das Mittagessen kommt die RAG-Stiftung auf. Anmeldungen unter ferien@zollverein.de  

 Das riesige Waldgelände ist genau das richtige Spaß-Territorium für Kinder und Jugendliche, die sich in den Ferien nicht von der Flimmerkiste bräunen lassen wollen. Passionierte Sofakartoffeln haben im Wildwald garantiert einen schweren Stand. Kinder mit Düsenantrieb und einem enormen Wissenshunger kommen ganz sicher eher auf ihre Kosten. Die Programmgestalter haben ihre Angebote in sechs Wochenpakete zusammengefasst – etwa "Zwergenwoche", "Wilde Kerle und wilde Hühner" und "Yakaris Abenteuer". Jeder Tag dauert von 9 bis 16 Uhr. Anmeldungen sind unter Tel. (02931) 97230 möglich.  

 

 Heute sind Bücher Massenprodukte. Das war zur Zeit Martin Luthers noch ganz anders. Während eines dreitägigen Workshops erfahren die Teilnehmer dies am eigenen Leib. Sie erhalten Einblicke in die hohe Kunst der Handschriften, sie formen Buchdeckel aus Holz und verzieren diese mit Metallplatten, Edelsteinen und anderem Schmuck. Das Ferienprogramm dauert vom 21. bis zum 23. August und richtet sich an Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren. Täglich wird die Buchwerkstatt um 10 Uhr aufgeschlossen, der Letzte macht so gegen 16 Uhr das Licht aus. Anmeldungen werden unter Tel. (0209) 1696131 entgegengenommen.  

 Auch in der für einige sicher quälend langen Übergangszeit zwischen dem Finale des Confed-Cups und dem ersten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison hält das Deutsche Fußballmuseum den Ball im Spiel. Jeden Tag können Gruppen das Ferienprogramm „Fans und Fankultur“ buchen. Nach einer geführten Tour durch die Ausstellung treten die Kinder selbst auf dem Kleinspielfeld gegen das Leder.  

Und wer dann noch Lust hat, kann sich zu einer launigen Bastelrunde an den Tisch setzen und sich seine eigenen Fan-Instrumente basteln. Rasseln, Klatschpappen, Tröten: Alles ist erlaubt. Das Programm ist geeignet für Vorschul- und Grundschulkinder oder Gruppen im Alter von 11 bis 15 Jahren. Beginn ist immer um 10 Uhr. Ohne Basteln ist nach drei, mit Basteln nach vier Stunden Abpfiff. Fragen werden gerne per Mail beantwortet: museumspaedagogik@fussballmuseum.de

mit Material von dpa

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