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Feuerwehr muss 14 Fahrzeuge stilllegen

Keine volle Einsatzstärke

Marode, durchgerostet, nicht mehr einsatzfähig – 14 Fahrzeuge der Feuerwehr Bochum mussten in den letzten Wochen stillgelegt werden. Betroffen davon sind vor allem die Freiwilligen Wehren. Ihnen fehlen nun die Fahrzeuge, um im Notfall in voller Stärke auszurücken. Ein echtes Problem.

BOCHUM

, 25.02.2015 / Lesedauer: 3 min
Feuerwehr muss 14 Fahrzeuge stilllegen

Die ausgemusterten Fahrzeuge des Typs LF 16 TS. Von ihnen wurden in ganz Bochum 14 Stück ausgemustert, davon alleine zwei an der gemeinsamen Wache Höntrop/Eppendorf. Inzwischen wurden die Fahrzeuge abgeholt.

Eine Situation, die im Falle eines Großbrandes zu einem echten Problem werden könnte. "Ein reiner Wohnungsbrand kann derzeit noch geregelt werden“, sagt Karl Appelhoff, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren in Bochum und Löschzugführer in Günnigfeld.

Doch käme es zu einem Großbrand wie im Sommer 2013 beim Müllentsorger AGR-DAR, stünde die Feuerwehr in Bochum vor massiven Problemen: „Die benötigte Mannschaft ist da, aber nicht das Gerät“, sagt Appelhoff. 14 Fahrzeuge des Typs LF 16 TS, einst durch den Bund angeschafft für den Katastrophenschutz, stehen nun nicht mehr zur Verfügung – weil sie zu alt sind.

„Wir haben die Fahrzeuge aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus stillgelegt“, sagt Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung in Arnsberg. Die Investitionen für die dringend notwendigen Reparaturen würden den aktuellen Wert der Fahrzeuge deutlich übersteigen. Der beläuft sich nur noch auf den Schrottwert. Eine Situation, die nicht ganz überraschend kommt, wie Appelhoff sagt: „Wir haben der Stadt Bochum immer wieder gesagt, dass sie neue Fahrzeuge kaufen müsse.“ Geschehen sei jedoch nichts. Und das obwohl nun die Stadt ihre eigenen Vorgaben aus dem zuletzt im Jahr 2010 vom Rat verabschiedeten Brandschutzbedarfsplan nicht mehr erfüllt.

Viele Ursachen

Wie die Stadt zu der Angelegenheit steht, war nicht in Erfahrung zu bringen. Eine entsprechende schriftliche Anfrage dieser Zeitung blieb bislang unbeantwortet. Eine konkrete Ursache für das aktuelle Dilemma gibt es laut Appelhoff nicht. Er sieht vielmehr mehrere Faktoren verantwortlich: „Da gibt es den desolaten Finanzzustand, der zum Sparen zwingt. Aber es ist auch dem geschuldet, dass wir keinen Ordnungsdezernenten mehr haben“, sagt er und hofft, dass sich die Situation trotzdem bald bessert. Denn Appelhoff macht sich nicht nur Sorgen um die Sicherheit der Bochumer Bürger – er fürchtet sich auch vor den personellen Konsequenzen.

Aufgrund der fehlenden Fahrzeuge können nun nicht mehr alle alarmierten Feuerwehrmänner der jeweiligen Freiwilligen Wehren ausrücken. „Wenn Menschen zu den Häusern kommen, dann aber manche direkt wieder nach Hause geschickt werden müssen, machen die das nicht oft mit.“ Zwar seien die freiwilligen Helfer in Bochum „extrem leidensfähig“, aber die Frustration nehme zusehends zu.

Keine optimale Ausstattung

Auch weil sich die Freiwilligen Feuerwehren in Bochum nicht optimal ausgestattet fühlen. Verschiedene Helme und Stiefel, geflickte Hosen – obwohl im Einsatz Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehren gemeinsame Arbeit leisten und an einem Strang ziehen, gibt es in Sachen Ausstattung deutliche Unterschiede. Auch hier sei die Politik gefragt, sehe er das Problem nicht bei der Feuerwehr, sondern der Stadtverwaltung, so Appelhoff. „Das Verhältnis zwischen den Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen ist gut gewachsen“, sagt er. Ein „neidvolles Picken“ wolle er um jeden Preis verhindern.

Doch wie sich die aktuelle Situation lösen lassen soll, erscheint noch völlig unklar: Unsicherheiten bestehen derzeit hinsichtlich der Finanzierung neuer Fahrzeuge. Während Dirk Hagebölling, Leiter der Bochumer Feuerwehr, ganz allgemein davon spricht, dass man nun seitens der Stadt eine „Möglichkeit der außerplanmäßigen Finanzierung“ finden müsse, beruhigt man seitens der Bezirksregierung: „Ein Teil der Fahrzeuge wird durch den Bund ersetzt werden.“

Lange Wartezeit

Um welche Anzahl es sich dabei handeln könnte, kann deren Sprecher Christoph Söbbeler derzeit nicht sagen. „Es werden aber auf keinen Fall alle 14 Fahrzeuge sein, denn wegen der technischen Entwicklung sind die Fahrzeuge in der Anschaffung teurer als früher.“ Ob über diese vom Bund ersetzen Fahrzeuge noch weitere angeschafft würden, sei dann Sache der Kommune. Währenddessen bereitet Dirk Hagebölling die Freiwilligen Wehren auf eine lange Wartezeit vor. Sei die Finanzierung geregelt, nehme die Lieferzeit für solche Fahrzeuge „erwartungsgemäß ein Jahr in Anspruch.“