"Feuerwerk am helllichten Tag"

Im Kino

Unser Bild von China ist beschränkt: entweder mit den Ansichten glitzernder Wolkenkratzer-Metropolen oder ärmlichen Landlebens. Der Berlinale-Sieger "Feuerwerk am helllichten Tag" (Goldener Bär - "Bester Film", Silberner Bär - "Bester Hauptdarsteller") zeigt Szenen aus dem provinziellen Zwischenreich. Wie geschaffen für einen sozialkritischen Film, der sich hier als Krimi tarnt.

05.09.2014, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Feuerwerk am helllichten Tag"

Die Festnahme von zwei Verdächtigen endet in »Feuerwerk am helllichten Tage« mit vier Toten.

Regisseur und Drehbuchautor Yinan Diao belässt es nicht bei herkömmlichen Mustern. Ihm stehen die Filme der Nouvelle Vague mit ihren zum Teil gebrochenen Charakteren und mit ihrer unvorhersehbaren Erzählweise näher als das kriminalistische Heldengemälde.

Der Film zeigt im Kern ein China der einsamen Herzen, der Verlierer und Verkommenen - atmosphärisch so schwarz wie die Kohlen, unter denen Leichenteile versteckt sind. Kommissar Zhang Lili (Preisträger Liao Fan) ist den mutmaßlichen Mördern rasch auf der Spur.Einsame Herzen Aber beim Versuch, sie festzunehmen, kommen die beiden Verdächtigen und zwei Kollegen Zhangs ums Leben, Zhang wird schwer verletzt, scheidet nach längerem Krankenhausaufenthalt aus dem Dienst aus, beginnt zu trinken und heuert bei einer Sicherheitsfirma an.

Als erneut Leichenteile auf Kohlenhalden gefunden werden, lässt er sich wieder auf den Fall ein und beginnt auf eigene Faust zu recherchieren. Dabei stößt er auf eine schweigsame schöne Frau, die mit allen Ermordeten zu tun hatte.

Liebes- und Mordszenen

Im ständigen Wechsel von heftiger Romanze und hartem Thriller, bittersüßen Liebes- und drastischen Mordszenen puzzelt der lakonische Film eine Geschichte von Verdacht, Verrat und Verdammnis zusammen. Ein verstörendes Bild des Landes in einem herausragenden Film.  

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