FH-Studenten bauen Dortmunder mit 3D-Drucker nach

In der Berswordthalle

Dortmund wird digitalisiert: Eine Handvoll Studenten der Fachhochschule will mit einem 3D-Drucker hunderte Dortmunder ins Museum bringen. Noch bis Freitag können sich Passanten in der Berswordthalle kostenlos einscannen und kopieren lassen. Wir haben den Selbstversuch gewagt.

DORTMUND

, 27.08.2014, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die FH-Studenten wollen der 3D-Technik ein Gesicht geben. Und die Gesichter der Stadt zu Mini-Modellen schrumpfen. Die Miniatur-Ausgabe von sich selbst darf jeder behalten, der am 28. und 29. August in die Berswordthalle kommt und bei der Aktion „Wie digitalisieren Dortmund“ mitmacht. 3D-Scanner und -Drucker werden immer häufiger eingesetzt. Aber wie das genau funktioniert, das wissen die wenigsten. Fünf Studenten des Fachbereichs Maschinenbau der Dortmunder Fachhochschule wollen gemeinsam mit zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern und ihrem Professor Thorsten Sinnemann die Technik erklären und erfahrbar machen. Mit ihrer Idee haben sie beim Hochschulwettbewerb „Mehr als Bits and Bytes“ gewonnen – und 10.000 Euro für die Umsetzung erhalten. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin Jacqueline Weißbon arbeitet seit knapp einem Jahr mit 3D-Druckern, im Mai ist die Idee für „Wir digitalisieren Dortmund“ entstanden.

Noch bis haben Passanten in der Berswordthalle die Möglichkeit, ihren Oberkörper scannen zu lassen. Der 3D-Scanner projiziert Streifenmuster auf das Gesicht und fotografiert diese ab. Eine Software misst den Krümmungsgrad der Linien und berechnet die räumliche Tiefe der Konturen. Die Gesichtszüge werden also aufgenommen. „Haare sind allerdings ein Problem“, sagt Weißbon. Da stößt der FH-Scanner an seine Grenzen. Deshalb setzen die Studenten zusätzlich eine Tiefenkamera ein, die die Haare aufnimmt. Das Scannen dauert gut fünf Minuten. Die Teilnehmer müssen ihre Augen schließen. Am Computer werden alle Daten zusammengefügt. Ein virtuelles 3D-Bild der Person entsteht. Daraus muss dann noch ein reales Bild erstellt werden.

Etwa eine Stunde braucht der 3D-Drucker, um die sechs Zentimeter großen Abbilder der Personen zu erstellen. „Die Technik funktioniert so ähnlich wie bei einer Klebepistole“, sagt Hans-Joachim Ebel, der das Projekt als wissenschaftlicher Mitarbeiter unterstützt. Dafür wird Kunststoff in der Düse des Druckers erhitzt und verflüssigt. Aus der Düse kommt ein 0,33 Millimeter dicker Faden. Schicht für Schicht, insgesamt sind es etwa 1000, wird so das Mini-Modell erstellt. All die gedruckten Gesichter stellt das Projekt-Team einen Monat später im U-Turm aus. Wer sich selbst entdeckt, darf sein Modell nach Ablauf der Ausstellung behalten.

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Für die FH ist das Thema Personenscan noch ganz neu. Die 3D-Technik wird im Maschinenbau vor allem für das Erstellen von Prototypen oder Ersatzteilen benutzt, sagt Ebel. „Wir digitalisieren Dortmund“ könnte der Start für weitere Projekte sein. Erst einmal sollen aber die Dortmunder ein digitales Gesicht bekommen.

  • Noch am 28. und 29. August (Donnerstag und Freitag), von 9.30 bis 15.30 Uhr, können Dortmunder ihr Gesicht in der Berswordthalle, Südwall 2-4, scannen lassen. 
  • Ausgestellt werden die fertigen Mini-Modelle dann vom 24. September (Mittwoch) bis 8. Oktober (Mittwoch) in der Kulturellen Bildung in der zweiten Etage des U-Turms, Leonie-Reygers-Terrasse.