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„Fifty Shades Of Grey 3“ zeigt Spießer wie Du und ich

Neu im Kino

In zwei „Fifty Shades Of Grey“-Filmen sahen wir die Sex-Spielchen eines dekadenten Superreichen. Womit wartet jetzt wohl Teil 3, „Befreite Lust“ auf?

Dortmund

, 06.02.2018 / Lesedauer: 3 min
„Fifty Shades Of Grey 3“ zeigt Spießer wie Du und ich

Anastasia (Dakota Johnson) küsst ihren Christian (Jamie Dornan) in Paris. Der Film startet am Donnerstag. Foto: Universal

Weiße Spitze auf der Haut einer Frau, die von der Kamera abgetastet wird. Sind es Dessous? Nein, ein Brautkleid. Ein schönes Kleid, eine schöne Frau. Da naht der schöne Bräutigam. „Ich verspreche, Dich immer zu lieben!“ Ein Tänzchen auf der Hochzeit. Schwelgerische Streicher, Applaus. Das Paar entschwindet im Privatjet nach Paris.

Hach, ist das schön, der Milliardär und seine Gespielin machen Flitterwochen in der Stadt der Liebe. Anastasia (Dakota Johnson) und Christian (Jamie Dornan) mögen sich abartig gefesselt, versklavt und den Popo verhauen haben - was ihre Trauung angeht, sind sie Romantik-Spießer wie Du und ich.


Absolut humorfrei



Hallo und willkommen im dritten Teil der Film-Saga „Fifty Shades of Grey“, Untertitel „Befreite Lust“. Es ist der gleiche verklemmt frivole, schwülstig lüsterne, absolut humorfreie Erotik-aber-kein-Porno-Hochglanz-Murks wie in den Vorläufern, vielleicht noch eine Spur schablonenhafter und lächerlicher.

Inmitten nonchalant servierter Film-Versatzstücke (Ehe-Drama, kruder Krimi, Jetset-Luxus, dazu Fummeln, Fesseln, Stöhnen) wartet man auf den einen Moment, wo der Film sich zu einem klitzekleinen ironischen Zwinkern durchringt und andeutet, er wisse, dass alles hier „too much“ sei, zu dick aufgetragen.


Demonstrativer Flirt mit dem Tabu Sadomaso-Sex


Der Moment kommt selbstverständlich nicht. Der Regisseur und Märchenonkel James Foley behauptet wacker, seine Geschichte läge im Bereich des Möglichen. So wie die Romanautorin nie zugäbe, dass sie banale Liebesschmonzetten schreibt, deren Alleinstellungsmerkmal der demonstrative Flirt mit dem Tabu Sadomaso-Sex ist.

Auch der dritte Teil bleibt eine mondän ausgestattete, in Werbe-Ästhetik fotografierte, mit Chartsmusik gespickte Schnulze des Mainstream-Kinos, der das Skandal-Gefasel als willkommener Rückenwind dient.


Im goldenen Ehekäfig



Wenn etwas skandalös ist an diesem Film, dann die Art, wie zusammengeschustert er wirkt und wie plump er beim Publikum Emotionen zu schüren versucht. Plötzlich hüpft ein böser Bube in Anastasias goldenen Ehekäfig, der doch so gut bewacht wird. Oh-oh, er will Geld sehen! Wird Anas Dagobert Duck die Millionen locker machen? Vordergründig, platt und peinlich. „Sexploitation“-Edelkitsch für Bieder-Uschis.