Filmkonzert "In Absentia" mit Arditti Streichquartett

Ruhrtriennale

Moderne Kammermusik gilt als "Schwarzbrot" - gehaltvoll, aber schwer verkäuflich. In der Regel wird es gut verpackt in Programmen mit Zückerchen drum herum. Derartige Marketingstrategien sind nicht Heiner Goebbels´ Ding. Dennoch präsentiert auch die Ruhrtriennale die moderne Kammermusik nicht ganz pur, sondern als Filmkonzert.

DUISBURG

von Von Karsten Mark

, 23.09.2013, 16:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Londoner Arditti Streichquartett.

Das Londoner Arditti Streichquartett.

Das Arditti Streichquartett spielt Witold Lutoslawskis Streichquartett von 1964 und dazu läuft der Film "In Absentia" von den "Quay Brothers", zwei US-amerikanischen Experimentalfilmern. Als "Zückerchen" wird diese optische Zugabe sicher niemand verstanden haben, denn die Bildsprache kann es in puncto Abstraktion und Vielschichtigkeit durchaus mit der "begrenzt zufällig" konzipierten Musik Lutoslawskis aufnehmen.Da blitzt und flimmert es surreal in heftig überbelichteten Schwarz-Weiß-Bildern. Landschaften aus Sand rieseln in Trickaufnahmen bergauf und irgendwann taucht eine Nonne in einer Straßenbahn auf. Dazu erklingt eine Musik aus unabhängigen Einzelstimmen, die nur grob zusammengehalten werden. Der Anspruch an die Aufnahmefähigkeit des Publikums ist enorm. Und doch hat die Kombination unverkennbar ihre Reize.Gehaltvoller Abend  

Wirkt "In Absentia" zu elektronischer Musik von Karlheinz Stockhausen noch wie eine gelungene Einstimmung, so steht Alban Bergs bild- und begleitungslos vorgetragene "Lyrische Suite" etwas verloren da. Ein gehaltvoller Abend - weitgehend zuckerfrei.

Lesen Sie jetzt