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Fledermausfreundliches Haus in Bochum gekürt

Naturschutz

Ein glücklicher Zufall in der Bauweise ihres Neubaus brachte die Bochumer Familie zu einer ganz besonderen Auszeichnung: Sie wohnen im ersten fledermausfreundlichen Haus in Bochum. Unter ihrem Flachdach haben sich rund 30 der Tierchen eingenistet.

BOCHUM

20.09.2015 / Lesedauer: 2 min
Fledermausfreundliches Haus in Bochum gekürt

Familie Herten lebt im 1. fledermausfreundlichen Haus in Bochum.

Ein Neubau mit Flachdach mitten in einer recht überschaubaren Wohnsiedlung - Familie Herten wohnt idyllisch und modern. Dass ausgerechnet ihr Haus zum ersten fledermausfreundlichen Haus in Bochum werden könnte, hätte die Familie nie gedacht. Doch tatsächlich suchen sich die Tiere oft moderne Häuser als Quartier und nicht mehr nur das verfallene Haus mitten auf dem Feld.

Zufällige Beobachtung

„Wir saßen abends im Garten und sahen etwas, was nicht ganz so flog wie ein Vogel“, sagt Sven Herten. Der Familienvater und seine Frau ahnten schon, dass sie von Fledermäusen umflogen werden, konnten sie aber nicht ihrem Haus zuordnen. Also beobachteten sie das Treiben – und stellten schnell fest, dass die Tiere unter der Attikaverblendung ihres Flachdachs lebten. Aus Spaß heraus hätten sie dann bei der Aktion „Fledermausfreundliches Haus“ des Naturschutzbundes (NABU) mitgemacht. Ausgestattet mit einem speziellen Detektor prüften Familie Herten und die Naturschützer das Quartier – und zählten rund 30 Fledermäuse.

Dem Naturschutzbund ist das Phänomen bekannt, dass sich Fledermäuse ausgerechnet in Neubauten einnisten: „Die Fledermäuse nutzen das als Wochenstube“, sagt Ingo Franke vom Arbeitskreis Umweltschutz Bochum. Weil es unter den Flachdächern oft warm sei, würden dort viele Fledermäuse ihre Jungtiere aufziehen. Doch genau diese neuen Wochenquartiere würden oft auch zum Problem: „Es gibt dort hohe Temperaturschwankungen“, sagt Franke. Wird es zu kalt oder zu heiß, dann verlassen die Muttertiere das Quartier und ziehen in ein neues – ohne die Jungtiere mitzunehmen.

Naturschutz

Dennoch sind auch die Quartiere unter den Flachdächern notwendig für die Erhaltung der Fledermäuse, die in Deutschland vom Aussterben bedroht sind. Auch deshalb vergibt der NABU die Plakette „Fledermausfreundliches Haus“. Mit ihr können die Hausbesitzer darauf aufmerksam machen, dass sie für den Naturschutz einsetzen. Für Familie Herten eine Selbstverständlichkeit. „Für uns ist das wirklich sehr toll“, sagt Sven Herten – zumal die Auszeichnung mit keinen weiteren Verpflichtungen verbunden ist

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